Wird Frau Kraft die Kraft zur Kraftwerkserneuerung haben?
Wenn die neue Landesregierung in NRW nach langem Gezerre ihre Arbeit endlich aufnimmt, hat die SPD-Chefin und neue NRW-Min.-Präsidentin Hannelore Kraft ein enormes Arbeits-pensum in den nächsten 4 Jahren zu erledigen. Neben der Reduzierung der Arbeitslosigkeit steht ein umweltpolitisches Thema ganz oben auf der Agenda: die notwendige Erneuerung alter Kohlekraftwerke. Derer gibt es in NRW 31. Sie zu erneuern, gebietet die umweltpolitische Vernunft, da diese noch einen relativ hohen C02-Ausstoß haben. E.ON ging in 2009 deshalb mit gutem Beispiel voran und hat in Datteln mit dem Bau eines der umweltfreundlicheren Kraftwerke begonnen. Dummerweise hat der Konzern es dabei mit den Auflagen nicht so ganz genau genommen und lieferte dadurch den sog. Umweltaktivisten eine Steilvorlage. Diese reagierten prompt und sorgten dafür, daß der Neubau vorübergehend per Gerichtsbeschluss stillgelegt werden mußte. Zwischenzeitlich laufen zwar die Bauarbeiten weiter, aber dieser Rechtsstreit hätte vermieden werden können. Das letzte, was wir gebrauchen können, ist eine Klagewelle gegen Kohlekraftwerke, deren Umweltfreundlichkeit und Zukunftsfähigkeit von den sog. Umweltaktivisten bekanntermaßen in Frage gestellt wird. Deren zweifelshafte Polemik könnte zu leicht von den Medien als Auflagenbringer aufgegriffen und zur weiteren Verunsicherung der Bevölkerung missbraucht werden. Denn wir alle wissen, daß es mittlerweile in der erhitzten öffentlichen Diskussion nicht mehr um die Inhalte und die technischen Fakten geht. Unsere politischen Gegner wissen das zu schätzen. An den Fakten führt troztdem kein Weg vorbei. Energieexperten wissen, daß ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland ohne Kohlekraftwerke energie-wirtschaftlich betrachtet nicht überlebensfähig wäre. Und das gilt mindestens für die nächsten 50 Jahre noch. Auch wissen die Experten, daß der Ausbau regenerativer Energieträger ohne Absicherung der Stromversorgung in der Grund-und Mittellast und ohne finanzstarke Energieversorger, die den Ausbau mit finanzieren, nicht möglich wäre.
Ganz unehrlich wird die Diskussion dann, wenn die schnellstmögliche Abschaltung aller Kohlekraftwerke wie z.B. von den Grünen gefordert- in die öffentliche Diskussion gebracht wird. Da Politiker nicht blauäugig sind, sondern interessen-und machtorientiert handeln, werden die Folgen bewußt verharmlost. Hierzu gehört z.B. die Tatsache, daß dann tausende von Arbeitsplätzen und das techn. KnowHow (z.B. CCS) verloren gehen und das der fossile Energiebedarf dann eben zu 100 % Ausland kommen würde. Das das die Umwelt noch mehr belasten wird, scheint im politischen Kalkül zunächst nicht zu stören. Das aber ist unehrlich und verlogen. Wenn die Klimaschutzziele erreicht werden sollen und der Kohlendioxid-Ausstoß im Vergleich zu 1990 bis 2020 um 33 % sinken soll, dann gibt es keine Alternative zum Bau neuer und effizienterer Kohlekraftwerke.
Kommentar von Revierkohle vom 03.07.2010, vgl.hz.a. WAZ vom 28.5.2010

