Samstag, den 28. August 2010 um 14:24 Uhr

Billigimportkohle ist billig, weil Kinderarbeit auch so schön billig ist

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Steinkohle-Importe von E.ON und RWE stehen in der öffentlichen Kritik

Die Menschenrechtsorganisationen FoodFirst, Köln und die dänische Organisation DanWatch erheben schwere Vorwürfe gegen die Energieversorgungsunternehmen E.ON und RWE. Sie sollen Steinkohle aus dem um-strittenen Bergwerk EL Cerrejon in Kolumbien für die Stromproduktion in deutschen Kraftwerken verwenden.

In der DanWatch-Studie 2010 " Der Fluch der Kohle" kritisiert die dänische Menschenrechtsorganisation die sozialen und ökologisch verherrenden Produktionsbedingungen in der kolumbianischen Mine El Cerrejon. Die hohe Konzentration von Kohlestaub in der Luft führt häufig zu Atemwegserkrankungen und Todesfällen. Menschen wären durch den Tagebau von ihren Dörfern vertrieben worden. Viele warten auf eine Entschädigung, die sie meistens nicht erhalten hätten. Auch 12.000 Kinder im Alter von 6-16 Jahren müssen in den vielen illegalen Gruben in den kolumbischen Provinzen Boyacas, Amaga und La Guajira täglich 4-10 Stunden hart arbeiten.  Dafür erhalten sie rd. 4 EUR pro Woche Arbeitslohn. In  Kolumbien leben über 6 Mio. Kinder in Armut. Da die Arbeitslosigkeit hoch ist, schicken viele Eltern ihre Kinder aus Verzweiflung in die Gruben. Gewerkschaften werden in den Bergwerken meistens nicht geduldet.  Die Regierung ist korrupt. Kolumbien gehört mit 55 Mio t SKE-Jahresförderung zu den größten Kohleproduzenten. Davon werden in El Cerrejon jedes Jahr allein rd. 33 Mio t Kohle gefördert.

Und was sagen die deutschen Energieversorger dazu ? Wie üblich: nicht viel und alles halb so schlimm. Die Vorwürfe seien unbegründet. Im Gegenteil: E.ON erklärte, daß es in der Vergangenheit zwar problematische Bedingungen für Anwohner und Mitarbeiter der Mine gegeben hätte, aber nun würden die Menschenrechte beachtet, die Arbeitssicherheit sei o.k. und die Umweltschutz-Standards würden zum großen Teil eingehalten werden. RWE hält sich lieber ganz bedeckt, in dem darauf verwiesen wird, daß Lieferbeziehungen zu Kohlefirmen "vertraulich" seien. Nur einer schert aus dem Kartell des Verschweigens und des Leugnens aus: Thomas Schmidt. Seines Zeichens Sprecher des Großkraftwerks Mannheim, an dem übrigens auch RWE und die EnBW beteiligt ist. Er gibt zu, daß man Kohle aus El Cerrejon beziehen würde. Und die Fa. Trianel mit Sitz in Aachen, will für ihr neues Kraftwerk in Lünen ebenfalls den begehrten Brennstoff aus El Cerrejon beziehen. Kinderarbeit und miserable Arbeits-und Lebensbedingungen hin oder her. Schließlich entscheiden die Kosten, gell? Derweil die deutsche Kohle den Bach runtergeht...

Revierkohle will deshalb ein Zeichen in der Not setzen. Ab Sept. 2010 werden wir mit unserem neuen Messestand in mehreren Städten der Bundesrepublik und über mehrere Jahre auf die Situation der Kinderarbeit in Bergwerksminen in Kolumbien, Bolivien und im Niger aufmerksam machen. Die Auftaktveranstaltung wird am 16.9.2010 im Hotel Maritim in Gelsenkirchen stattfinden. Am 25.und 26.10.2010 stellen wir unser Projekt einem größeren Publikum auf dem 21.Schachtfest auf Zollverein XII in Essen-Katernberg im Rahmen der Ruhr.2010 vor. Am 2.und 3. Okt. 2010 werden wir unsere Aktion auf dem Oktoberfest in der Stadt Löhne vorstellen. Weitere Aktionen werden folgen.  Ziel dieser Aktion soll die Gewinnung von Patenschaften sein. Wir wollen den Bergarbeiterkindern eine regelmäßige Speise und einen regelmäßigen Schulbesuch ermöglichen, damit diese langfristig aus den Gruben herauskommen. Gleichzeitig wollen wir den Kraftwerksbetreibern die rote Karte zeigen und deutlich machen, daß es einen originären Zusammenhang zwischen schlechten Arbeitsbedingungen, Dumpinglöhnen, Kinderarbeit und Billigimportkohle gibt. 

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Gerne schicken wir Ihnen ausführlichere Informationen zu.

Revierkohle vom 01.09.2010; vgl. hz. a. WAZ vom 05.08.2010 

Letzte Änderung Dienstag, den 14. September 2010 um 17:17 Uhr

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