Samstag, den 04. September 2010 um 10:20 Uhr

Bundesregierung setzt auf CCS-Technologie

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Hoffen auf unterirdische C02-Speicher

Die Bundesregierung setzt bei ihrem Energiekonzept auf das C02-freie Kohlekraftwerk der Zukunft. Voraussetzung hierfür ist die erfolgreiche unterirdische Lagerung und Speicherung des bei der Vebrennung fossiler Rohstoffe anfallenden Kohlendioxids (C02), daß bekannterweise als Treibhauseffekt an der Klimaerwärmung angeblich maßgeblichen Einfluss hat. (zur Kritik vgl. hz. unser Jahrbuch 2008 und 2009)

Das Helmholtz-Institut erforscht seit Jahren im brandenburgischen Ketzin die Auswirkungen verpressten C02 auf die Umwelt. Der Energieversorger Vattenfall erprobt ebenfalls in einem Großversuch die unterirdische Verbringung und sichere Lagerung von C02.  Die Bundesregierung will u.a. auf diesem Wege eine Reduzierung um 85 % bis 2050 erreichen.  Experten rechnen damit, daß die "Capter, Carbon and Storage-Technologie" (CCS) ab 2025 für den Einsatz in Großkraftwerken marktreif sein wird. Allerdings werden die Risiken in der veröffentlichten Diskussion gerne auch ideologisch mißbraucht. Und so ist es nicht verwunderlich, daß diese mit den Risiken der Endlagerung von atomaren Brennelementen verglichen wird und daher gerade in Kreisen der Umweltaktivisten abgelehnt wird. Leider haben sich dieser Kritik auch einige Bundesländer angeschlossen, so daß die politische Akzeptanz zur Zeit unbefriedigend ist. RWE hat daher sein C02-Endlagerkonzept für den Bereich Köln auf Eis gelegt. Schade eigentlich, da diese Technologie weitaus sicherer zu sein scheint, als die Lagerung von atomaren Brennelementen. Hierzu zählt nach Angaben von Experten des Vereins Klimafreundliches Kohlekraftwerk e.V. die Verbringung des C02 in sog. saline Aquifere, d.h. der Verpressung des C02 in poröse und i.d.R. mehrere hundert Metern tiefe Gesteinsschichten. Hierbei soll ein Austritt des C02 an die Oberfläche und damit u.U. eine Belastung des Trinkwassers oder der Luft kaum möglich sein. Aber wie gesagt: die Forschungen laufen noch. Ein Haken hätte die Sache aber doch: die Leistungsfähigkeit der Kraftwerke würde aufgrund der aufwendigen Abscheidung um rd. 10-15 % sinken. Damit wäre ein herkömmliches Kraftwerk nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Die Bundesregierung setzt bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe in Zukunft auch stärker wieder auf die Steinkohle, da sie sich in den Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen effektiver einsetzen läßt als die Braunkohle. 

Revierkohle vom 04.09.2010; vgl. hz. a. financial times deutschland vom 3.9.2010

Letzte Änderung Samstag, den 04. September 2010 um 13:32 Uhr

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