
Der weltgrößte Bergbaukonzern wettet auf einen Boom
BHP-Billiton kauft vom US-Gaskonzern Chesapeake einen Anteil am Schiefergasvorkommen im US-Bundesstaat Arkansas für 4,75 Milliarden-US-Dollar, um die Produktion von Schiefergas von derzeit rd. 6 auf 20 % im Jahre 2020 zu steigern. Damit dieser Anstieg gelingt, will BHP jährlich zwischen 800 Mio und 1 Mrd.US-Dollar in den Ausbau der Förderung investieren. BHP-Chef Michael Yaeger glaubt an einen Boom und will die Förderung daher verdreifachen. Allein im Barnett Shale in Texas, dem produktivsten Schiefergasvorkommen der USA, werden pro Tag aus mehr als 6000 Bohrlöchern über 60.000 Kubikmeter Erdgas gefördert. Tendenz steigend.
Auch in Deutschland werden große Schiefergasvorkommen vermutet. Man glaubt, durch die Förderung eine größere Unabhängigkeit vom Ausland, vom Öl und von der Kohle erreichen zu können. Das ist aber nur vordergründig so. In der Wirklichkeit ist die Förderung von Schiefergas eine höchst problematische Angelegenheit. Dies hängt damit zusammen, das Schiefergas ein Gas ist, welches sich im Muttergestein gebildet hat und dort festhängt. Mit Hilfe der sog. FRAC-Technik, einer unkonventionellen Fördertechnik, wird das Gestein in großer Tiefe mit Hilfe von Wasser und Chemikalien aufgesprengt, damit die kleinen Gasmengen, die sich in den Poren des Gesteins befinden, gefördert werden können. Dies geschieht mit Hilfe von vielen Bohrlöchern auf einer sehr großen Fläche. Die Energy Watch Group um Dr. Werner Zittel hat hierzu eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß die Gasfördermengen, die mit dieser sog. unkonventionellen Methode gewonnen werden, schnell abnehmen und daher die Wirtschaftlichkeit in Frage steht. Darüber hinaus ist die C02-Bilanz negativ, da durch den Energiebedarf, den die FRAC-Technik benötigt, rd. 30 % mehr C02-Ausstoß die Folge ist als durch den konventionellen Gasabbau. Auch bleibt unklar, welche Umweltgefahren durch die eingelassenen Chemikalien zu gegenwärtigen sind, so die Studie. In Deutschland dürfte der großflächige Abbau nur an wenigen Standorten möglich sein.
vgl. hz. a. Financial Times Deutschland vom 22.02.2011, Energy Watch Group vom 22.2.2011 und Revierkohle vom 28.02.2011
