Betriebsrat befürchtet Kahlschlag 
E-ON Chef Johannes Teyssen hat die Streichung von rd. 11. 000 Arbeits-plätzen bei dem Energiekonzern angekündigt. 60 % davon sollen in Deutschland wegfallen. Gleichzeitig prüft der Vorstand die Auflösung von E-ON Ruhrgas in Essen, E-ON Kraftwerke in Hannover und E-ON Energie in München. Von den weltweit 79.000 Mitarbeitern beschäftigt E-On in Deutschland rd. 35.000 Mitarbeiter. Angeblich steht E-ON wegen des besschlossenen Atomausstiegs der Bundesregierung sowie wegen der Gewinneinbrüche im Gashandel unter Druck. Der Konzern-Betriebsratsvorsitzende Hans Prüfer fordert seit Tagen ohne Erfolg Klarheit vom Vorstand über die beabsichtigten Abbaupläne. Für die betroffenen Mitarbeiter und ihre Familien ist der gigantische Abbau eine Katastrophe. Gegenüber der Presse gab sich der Konzern ebenfalls zugeknöpft. Die Projektegruppen, die sich mit der geplanten Auflösung der Gesellschaften Ruhrgas und E-ON München schon seit längerer Zeit beschäftigen, stehen unter der Leitung des ehem. Ruhrgas-Chefs Bernhard Reutersberg und E-ON Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Mauchbach. Die Gewerkschaft Ver.di hält die Begründung für den Stellenabbau für fadenscheinig. Schließlich sei der Atomausstieg bereits im Jahre 2000 diskutiert und in 2002 mit Unterstützung von E-ON unter der rot-grünen-Bundesregierung unter Bundeskanlzer Gerhard Schröder beschlossen worden. Das dieser dann wieder durch die schwarz-gelbe Bundesregierung unter Angela Merkel bis zur Atomkatastrophe in Fukushima aufgehoben wurde, hätte E-ON nicht dazu verleiten dürfen, anzunehmen, daß dieser ein für alle mal vom Tisch sei. In das gleiche Horn blies auch die Opposition. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich (wohl eher aus populistischen Gründen) in die Debatte eingeklinkt und den geplanten Stellenabbau scharf kritisiert. Der Großteil der Probleme bei E-ON sei hausgemacht und durch Fehlentscheidungen beim Management entstanden, so Gabriel. Über konkrete Schritte wird der Aufsichtsrat Ende Okt. 2011 entscheiden. Die Gewerkschaften werden bis dahin überlegen, wie sie dem geplanten Kahlschlag entgegenwirken können.
vgl. hz.a. WAZ vom 5.8.2011, 12.8.2011, Financial Times vom 11.08.2011 und Revierkohle vom 13.8.2011
