Gemeinsame Betreuung von Steinkohle-und Gaskraftwerken als Ziel
Der Energieriese RWE will sein Kraftwerksgeschäft künftig mit dem russischen Energiekonzern Gazprom zusammen planen und betreuen. Das schließt den Bau und den Betrieb von Kraftwerken in der Bundesrepublik als auch in anderen Ländern mit ein. Gazprom-Chef Alexey Miller und RWE-Chef Jürgen Großmann unterzeichneten bereits im Juli 2011 eine entsprechende Absichtserklärung. Alle Kraftwerke sollen in ein neues Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden. Das Kartellamt hat allerdings schon seine Bedenken angemeldet. Präsident Andreas Mundt meinte, daß man sich eine solche enge Verbindung mit einer so großen Machtkonzentration unter kartellrechtlichen Gesichtspunkten betrachtet sehr genau ansehen werde. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte vermutet, daß die Russen wegen des Atomausstieges und wegen des in diesem Zusammenhang entstehenden Renditeausfalls bei RWE als Ankeraktionäre ins Boot geholt worden sind. Revierkohle ist der Ansicht, daß eine solche Verbindung nicht ohne Risiko ist. Es geht schließlich nicht nur um Wachstumschancen, wie RWE-Chef Großmann betont, sondern auch um eine langfristige Versorgungssicherheit und um bezahlbare Strompreise. Generell sind Abhängigkeiten vom Ausland in so großem Ausmaße kritisch zu sehen, da man nie weiß, wie sich die Zukunft entwickeln wird. Erpressung war schon immer ein beliebtes Mittel in der Politik. Und das gilt nicht nur für solch "lupenreine" Demokratien" wie Russland und sein regierungsnaher Energiekonzern Gazprom.
vgl. hz. WAZ vom 14.7.2011, financial Times Deutschland vom 15.7.2011 und Revierkohle vom 13.08.20211
