Dienstag, den 04. August 2009 um 09:50 Uhr

RAG leidet unter der Wirtschaftskrise

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Die Kohlepreise haben sich halbiert und die Nachfrage schwächelt

Die Ergebnisse belasten die RAG Deutsche Steinkohle AG (früher Ruhrkohle AG) besonders durch den Rückgang der Stromproduktion in den Kraft-werken, weil diese mit 76 % Umsatzanteil die Hauptabnehmer bilden. Krisenbedingt fiel der Kohlepreis für Kesselkohle auf knapp 70 EUR. Das entspricht im Vergleich zu 2008 einer Halbierung. Daneben fördert die RAG die für die Stahlproduktion so wichtige und unabdingbare Kokskohle. Noch in 2008 wurde daher damit begonnen, auf dem Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop (siehe Foto) eine weitere Strecke für die Erschließung eines rd. 100 Mio T großen Kokskohlenflözes aufzufahren, daß dem Bergwerk noch eine Zukunft von über 20 Jahren bescheren könnte. Nun brach aber im April 2009 die Nachfrage bei der Stahlproduktion ebenfalls ein. Die Folge: die Auslastung auf der RAG-Kokerei Prosper in Bottrop ging auf 70 % zurück. In 2008 lag die Auslastung sogar bei über 100 %. RAG-Chef Bernd Tönnjes will Kurzarbeit nicht mehr ausschließen.

Wenn die Krise noch ein Jahr amhält, so Revierkohle-Chef Blach, könnte die im Steinkohlefinanzierungsgesetz formulierte Revisionsklausel, die eine Überprüfung des beschlossenen Ausstiegs aus dem subventionierten Steinkohlenbergbau für 2018 vorsieht, gefährdet sein. Das würde bedeuten, daß es dann auch keinen Sockelbergbau in Deutschland mehr geben würde. Der Chef der HMS Bergbau AG in Berlin, Lars Schernikau, plädiert daher ebenfalls für den Erhalt eines Sockelbergbaus, da die Zuliefererfirmen ihren technischen Vorsprung und die Möglichkeit der Fortentwicklung sonst verlieren würden.

Der Verkauf gebrauchten Bergbaugeräts einschließlich des technisches Know-Hows ist derzeit auch der einzige Bereich bei der RAG, der gerade wegen der Krise boomt. Die RAG hat deshalb schon vor einigen Monaten eine eigene Vermarktungsgesellschadt, die RAG Mining Solutions GmbH, gegründet.

Auf den verbliebenen 6 deutschen Bergwerken werden zusammen noch rd. 17 Mio. T Steinkohle gefördert. Bis 2012 werden von den zur Zeit noch rd. 29.000 beschäftigten Bergleuten noch 15.000 Bergleute sozialverträglich, d.h., möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen, abgebaut.

 

Quelle: vgl. Handelsblatt vom 14.4.09 sowie Revierkohle vom 4.8.09

Letzte Änderung Dienstag, den 04. August 2009 um 10:25 Uhr

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