Montag, den 17. August 2009 um 09:35 Uhr

SOLARINDUSTRIE DROHT DER KOLLAPS

Artikel bewerten
(0 votes)

Die Solarindustrie leidet unter der staatlich geförderten Konkurrenz aus China

Der noch jungen deutschen Solarindustrie steht eine beispiellose Pleitewelle bevor. Ein großer Teil der Sollarzellenhersteller wird nicht überleben, so der UBS-Analyst Patrick Hummel. Obwohl die deutsche Solarindustrie genauso wie die Windkraftenergie mit hohen staatlichen Subventionen am Leben gehalten wird, macht die asiatische Konkurrenz das Geschäft. Weltmarktführer Q-Cells hatte in der vorigen Woche eine Gewinnprognose verweigert. Der Umsatz fiel im ersten Halbjahr 2009 um 40 % auf 366 Mio. EUR. Die Bosch-Tochter Ersol mußte gar einen Verlust von mehr als 200 % hinnehmen. Der Bonner Konzern Solarworld mußte dagegen nur einen Verlust von 6 % hinnehmen. Der Gewinn brach allerdings um 41 % ein.

Damit wird deutlich, daß sogar Zukunftstechnologie, die ja angeblich viele neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen soll, so der damalige Grüne-Umweltminister Trittin, von der deutschen Bildfläche verschwinden könnte, dank der asiatischen Konkurrenz. Chinas Regierung subventioniert die Solarindustrie ebenfalls mit hohen Summen.  Nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) erhält die Solarbranche in Deutschland bis 2013 noch 77 Mrd. EUR an staatlichen Beihilfen. Die deutsche Steinkohle, obschon um ein vielfaches besser in ihrer Produktivität, erhält dagegen nur noch ganze 2,4 Mrd. EUR an staatlichen Beihilfen. 

Revierkohle ist der Ansicht, daß es Zeit wird, über die hohen staatlichen Einspeisevergütungen für Solar-und Windkraftanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) noch einmal nachzudenken, wenn die erwarteten Wachstumsraten und neuen Arbeitsplätze ausbleiben. Es ist nämlich nicht einzusehen, warum unser heimischer Energieträger Steinkohle, den wir noch für über 300 Jahre allein in NRW zur Verfügung haben, 2018 angeblich wegen Unwirtschaftlichkeit und bestehender ausländischer Versorgungssicherheit auslaufen soll, während die Solar-und Windkraftenergie, die am Energiemix mit gerade einmal rd. 10 % beteiligt ist, unverhältnismäßig hohe staatliche Beihilfen erhält.  Wir plädieren daher für eine Absenkung der Einspeisevergütungen und eine stärkere Förderung der CCS-Technologie, weil Deutschland auf dem Gebiet der CO2-freien Kohleverfeuerung weltweit die Nase vorn hat. Da Kohle auch in den nächsten Jahrzehnten als Energieträger eher eine zu-als abnehmende Bedeutung haben wird, ist es besonders wichtig, die umwelt-schonende CO2-Abscheidung voranzutreiben, um die Kohlendioxidemissionen weltweit massiv abzusenken.

vgl. auch: Financial Times vom 17.08.09  

 

Letzte Änderung Montag, den 17. August 2009 um 15:37 Uhr

Sie finden uns auch bei:

Twitter: revierkohle Facebook: pages/Revierkohle-BV-eV/220815010967 Linked In: bernhardblach