Dienstag, den 15. September 2009 um 09:16 Uhr

Tiefengeothermie: Wärme aus 4000 Meter Tiefe

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Bundesanstalt für Geowissenschaften wird ab 2013 mit Wärme aus dem Erdreich versorgt

Die Erdwärme könnte in Zukunft zu einem wichtigen regenerativen Energieträger mutieren. Am Standort der Bundesanstalt für Geowissenschaften in Hannover wird zur Zeit ein 4000 Meter tiefes Loch gebohrt, um an die Erdwärme heranzukommen. Dazu soll über ein Rohr Wasser in die Tiefe geleitet und durch die Erdwärme auf 150 Grad erhitzt und dann an das Heizsystem der Behörde abgegeben werden. Auf diese Weise will man rd. 15 Mio. EUR Brennstoffkosten pro Jahr einsparen. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rd. 9 Mio. EUR. Nach Aussage der Bundesanstalt würden die Kosten doppelt so hoch sein, wenn man nicht eine neuartige Technik ausprobieren würde. Diese ermöglicht es, Warm-und Kaltwasser zugleich in einem Rohr zu fördern. Der Vorteil der Tiefbohrung , im Gegensatz zum Einsatz oberflächennaher Wärmepumpen, liegt in der höheren Energieausbeute. Damit läßt sich nicht nur Wärme, sondern auch Strom erzeugen. Oberflächennahe Wärmepumpen speisen ihre Energie aus einer Tiefe von 150 Metern. Da die Erdwärme mit jedem Kilometer um rund 30 Grad steigt, liegt bei 150 Metern der Temperaturunterschied zur Erdoberfläche gerade einmal bei 3 bis 4 Grad. Die gewonnene Energie aus dem Erdreich gleicht damit häufig kaum die Energie aus, die in Form von Strom für die Pumpe gebraucht wird. Maßnahmen zur Wärmedämmung sind daher oft sinnvoller. Das Tiefengeothermieprojekt der Bundesanstalt mit der Bezeichnung " GENESys" soll ab 2013  2 MW erzeugen. 

Wer Interesse hat, kann sich bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) unter der Tel.-Nr. 0511-643-230 oder per e-Mai unter info@ Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.  für eine Besichtigung vor Ort anmelden. (Mo - So von 11.00-18.oo h)

Wie jede Form der Energienutzung hat natürlich auch die Tiefengeothermie Ihre Nebenwirkungen. Diese bestehen u.a. darin, daß Erdbohrungen Erdbeben auslösen können. Das ist z.B. dann der Fall, wenn Wasser mit der sog. Anhydritschicht im Boden in Berührung kommt. Das Mineral reagiert mit Wasser in der Weise, daß es sich in Gips verwandelt. Der Gips trägt dazu bei, daß das Gestein sich um rd. 60 % ausweitet. Der Boden an der Erdoberfläche hebt sich an und es kann zu Gebäudeschäden kommen.  Auch kann das in die Tiefe gelenkte Wasser wie ein Schmierfilm wirken und dadurch Spannungen im Erd-und Gesteinsbereich erzeugen, die zur Entladung neigen. Der Bundesverband Geothermie will sich auf einem Kongress im November 2009 mit dieser Problematik intensiver beschäftigen.

vgl. hz. Der Spiegel vom 1.09.09 und BGR-online

 

Letzte Änderung Dienstag, den 15. September 2009 um 10:12 Uhr

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