
Belgischer Energieversorger Elia und australischer IFM-Fond zahlen 810 Mio.EUR an Vattenfall
Der schwedische Energieversorger Vattenfall hat der Bundes-regierung ein Schnippchen geschlagen. Vattenfall hat sein 9.600 km langes Stromnetz an den belgischen Netzbetreiber Elia und an einen australischen Fond für 810 Mio. EUR verkauft. Über die Stromtrassen werden in Ost-und Norddeutschland rd. 18 Mio. Menschen versorgt. Damit ist Vattenfall einer drohenden Enteignung durch die geplante unabhängige Netz AG des Bundes zuvorgekommen. Die Frage der Netze spielt eine wichtige Rolle im politischen Ringen um mehr Wettbewerb und niedrigere Preise auf den europäischen Energiemärkten. E.ON hatte mit der EU-Kommmission vereinbart, sein Netz ebenfalls abzugeben und sich von Kraftwerkskapazitäten zu trennen. Damit wurde ein langer schwelender Kartellstreit beendet. Mit dem jetzigen Vattenfall-Deal rückt das Ziel, die Stromnetze in eine unabhängige Netz AG zu überführen, in weite Ferne. Der Verkauf hat für die Beschäftigten von Vattenfall aber böse Folgen. Vattenfall will über 1.500 Stellen abbauen. 60 % des deutschen Hochspannungsnetzes befindet sich übrigens mittlerweile in ausländischem Besitz. Von einem Preisverfall wird daher auch in Zukunft nicht die Rede sein können. Die Verbraucher werden ebenfalls nicht entlastet.
vgl. hz.a. Financial Times Deutschland und Revierkohle vom 12.3.2010
