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Die Bundesregierung setzt bei ihrem Energiekonzept auf das C02-freie Kohlekraftwerk der Zukunft. Voraussetzung hierfür ist die erfolgreiche unterirdische Lagerung und Speicherung des bei der Vebrennung fossiler Rohstoffe anfallenden Kohlendioxids (C02), daß bekannterweise als Treibhauseffekt an der Klimaerwärmung angeblich maßgeblichen Einfluss hat. (zur Kritik vgl. hz. unser Jahrbuch 2008 und 2009)
Das Helmholtz-Institut erforscht seit Jahren im brandenburgischen Ketzin die Auswirkungen verpressten C02 auf die Umwelt. Der Energieversorger Vattenfall erprobt ebenfalls in einem Großversuch die unterirdische Verbringung und sichere Lagerung von C02. Die Bundesregierung will u.a. auf diesem Wege eine Reduzierung um 85 % bis 2050 erreichen. Experten rechnen damit, daß die "Capter, Carbon and Storage-Technologie" (CCS) ab 2025 für den Einsatz in Großkraftwerken marktreif sein wird. Allerdings werden die Risiken in der veröffentlichten Diskussion gerne auch ideologisch mißbraucht. Und so ist es nicht verwunderlich, daß diese mit den Risiken der Endlagerung von atomaren Brennelementen verglichen wird und daher gerade in Kreisen der Umweltaktivisten abgelehnt wird. Leider haben sich dieser Kritik auch einige Bundesländer angeschlossen, so daß die politische Akzeptanz zur Zeit unbefriedigend ist. RWE hat daher sein C02-Endlagerkonzept für den Bereich Köln auf Eis gelegt. Schade eigentlich, da diese Technologie weitaus sicherer zu sein scheint, als die Lagerung von atomaren Brennelementen. Hierzu zählt nach Angaben von Experten des Vereins Klimafreundliches Kohlekraftwerk e.V. die Verbringung des C02 in sog. saline Aquifere, d.h. der Verpressung des C02 in poröse und i.d.R. mehrere hundert Metern tiefe Gesteinsschichten. Hierbei soll ein Austritt des C02 an die Oberfläche und damit u.U. eine Belastung des Trinkwassers oder der Luft kaum möglich sein. Aber wie gesagt: die Forschungen laufen noch. Ein Haken hätte die Sache aber doch: die Leistungsfähigkeit der Kraftwerke würde aufgrund der aufwendigen Abscheidung um rd. 10-15 % sinken. Damit wäre ein herkömmliches Kraftwerk nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Die Bundesregierung setzt bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe in Zukunft auch stärker wieder auf die Steinkohle, da sie sich in den Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen effektiver einsetzen läßt als die Braunkohle.
Revierkohle vom 04.09.2010; vgl. hz. a. financial times deutschland vom 3.9.2010
Steinkohle-Importe von E.ON und RWE stehen in der öffentlichen KritikDie Menschenrechtsorganisationen FoodFirst, Köln und die dänische Organisation DanWatch erheben schwere Vorwürfe gegen die Energieversorgungsunternehmen E.ON und RWE. Sie sollen Steinkohle aus dem um-strittenen Bergwerk EL Cerrejon in Kolumbien für die Stromproduktion in deutschen Kraftwerken verwenden.
In der DanWatch-Studie 2010 " Der Fluch der Kohle" kritisiert die dänische Menschenrechtsorganisation die sozialen und ökologisch verherrenden Produktionsbedingungen in der kolumbianischen Mine El Cerrejon. Die hohe Konzentration von Kohlestaub in der Luft führt häufig zu Atemwegserkrankungen und Todesfällen. Menschen wären durch den Tagebau von ihren Dörfern vertrieben worden. Viele warten auf eine Entschädigung, die sie meistens nicht erhalten hätten. Auch 12.000 Kinder im Alter von 6-16 Jahren müssen in den vielen illegalen Gruben in den kolumbischen Provinzen Boyacas, Amaga und La Guajira täglich 4-10 Stunden hart arbeiten. Dafür erhalten sie rd. 4 EUR pro Woche Arbeitslohn. In Kolumbien leben über 6 Mio. Kinder in Armut. Da die Arbeitslosigkeit hoch ist, schicken viele Eltern ihre Kinder aus Verzweiflung in die Gruben. Gewerkschaften werden in den Bergwerken meistens nicht geduldet. Die Regierung ist korrupt. Kolumbien gehört mit 55 Mio t SKE-Jahresförderung zu den größten Kohleproduzenten. Davon werden in El Cerrejon jedes Jahr allein rd. 33 Mio t Kohle gefördert.
Und was sagen die deutschen Energieversorger dazu ? Wie üblich: nicht viel und alles halb so schlimm. Die Vorwürfe seien unbegründet. Im Gegenteil: E.ON erklärte, daß es in der Vergangenheit zwar problematische Bedingungen für Anwohner und Mitarbeiter der Mine gegeben hätte, aber nun würden die Menschenrechte beachtet, die Arbeitssicherheit sei o.k. und die Umweltschutz-Standards würden zum großen Teil eingehalten werden. RWE hält sich lieber ganz bedeckt, in dem darauf verwiesen wird, daß Lieferbeziehungen zu Kohlefirmen "vertraulich" seien. Nur einer schert aus dem Kartell des Verschweigens und des Leugnens aus: Thomas Schmidt. Seines Zeichens Sprecher des Großkraftwerks Mannheim, an dem übrigens auch RWE und die EnBW beteiligt ist. Er gibt zu, daß man Kohle aus El Cerrejon beziehen würde. Und die Fa. Trianel mit Sitz in Aachen, will für ihr neues Kraftwerk in Lünen ebenfalls den begehrten Brennstoff aus El Cerrejon beziehen. Kinderarbeit und miserable Arbeits-und Lebensbedingungen hin oder her. Schließlich entscheiden die Kosten, gell? Derweil die deutsche Kohle den Bach runtergeht...
Revierkohle will deshalb ein Zeichen in der Not setzen. Ab Sept. 2010 werden wir mit unserem neuen Messestand in mehreren Städten der Bundesrepublik und über mehrere Jahre auf die Situation der Kinderarbeit in Bergwerksminen in Kolumbien, Bolivien und im Niger aufmerksam machen. Ziel dieser Aktion soll die Gewinnung von Patenschaften sein. Wir wollen den Bergarbeiterkindern zusammen mit dem evangelischen Entwicklungsdienst eine regelmäßige Speise und einen regelmäßigen Schulbesuch ermöglichen, damit diese langfristig aus den Gruben herauskommen. Gleichzeitig wollen wir den Kraftwerksbetreibern die rote Karte zeigen und deutlich machen, daß es einen originären Zusammenhang zwischen schlechten Arbeitsbedingungen, Dumpinglöhnen, Kinderarbeit und Billigimportkohle gibt.
Gerne schicken wir Ihnen ausführlichere Informationen zu.
Revierkohle vom 01.09.2010; vgl. hz. a. WAZ vom 05.08.2010
EU-Kommissar Oettinger rückt von seinem Wahnsinns-Vorschlag abEU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) geriet nach seinem Wahnsinnsvorschlag, den deutschen Steinkohlebergbau schon 2014 auslaufen zu lassen, politisch massiv unter Druck. Jetzt hat der EU-Kommissar eingesehen, daß sein Vorschlag verherrende Konsequenzen nicht nur für die Reviere in den Kohleländern hätte und rückte von seiner Vorstellung ab. Bundesregierung und NRW-Landesregierung halten an dem 1997 beschlossenen Kohlekompromiss fest. Dieser besagt, daß der Steinkohlebergbau in Deutschland 2018 auslaufen soll. Allerdings wurde in § 1 des Steinkohlefinanzierungsgesetzes geregelt, daß 2012 eine ernsthafte Überprüfung dieses Ausstiegstermins erfolgen muß. Die sog. Revisionsklausel sieht auch die Möglichkeit der Erhaltung eines Sockelbergbaus vor, für den Revierkohle sich seit Jahren starkmacht. Es muß uns gelingen, den Zugang zu den Lagerstätten sowie die Aufrechterhaltung der Kohleproduktion in Referenzbergwerken auf Dauer zu stabilisieren. Das ist nicht nur eine Frage energiepolitischer Vernunft, sondern auch eine Frage der Sicherheit. Sollte der Bergbau tatsächlich schon 2014 auslaufen, würden 5.300 Bergleute betriebsbedingt gekündigt und 10.000 Jobs in der Zuliefererindustrie sofort wegfallen. Außerdem würde das bergmännische Know-How wegfallen und die Abhängigkeit vom Ausland auf 100 % steigen. Welche Auswirkungen das bei zunehmender Verknappung fossiler Rohstoffe auf dem Weltmarkt für den Stromverbraucher in Deutschland hätte, braucht man wohl nicht näher zu erläutern. Hinzu kommen die Ewigkeitskosten für die Endlagerung der Brennelemente der stillzulegenden Atommeiler sowie die unkalkulierbaren Risiken politischer Veränderungen in China, Indien und Russland, wo die meisten fossilen Energieträger für Deutschland herkommen sowie den Rückgang des Öls aus den OPEC-Staaten. Wer glaubt, dieses Risiko-Szenario ließe sich dadurch abwenden, daß man möglichst schnell auf regenerative Energierträger umstellt, der glaubt wahrscheinlich auch daran, daß er nach dem betreten einer Autogarage als Auto herauskommen könnte.
Revierkohle vom 01.09.2010 ; vgl. hz. a. WAZ vom 5.8.2010

Um die mögliche Abwicklung des Bergbaus und die dauer-hafte Sicherstellung der zentralen Wasserhaltungen auf ehem. Schachtanlagen finanzieren zu können, braucht die RAG-Mutter Evonik Mrd. EUR an Geld. Da der geplante Börsen-gang aufgrund der Wirtschaftskrise bisher nicht geklappt hat, plant Evonik nunmehr, sich von seinem Tafelsilber zu trennen. Zunächst in Form einer Beteiligung verschiedener Stadtwerke aus dem Revier an der steag-Tochter. Die steag wird auf einen Wert von rd. 4 Mrd. EUR geschätzt. Ende September 2010 wird Evonik über die Gebote der Stadtwerke entscheiden. Durch die Beteiligung an dem Kohleverstromer steag würde sich die Wettbewerbssituation der Stadtwerke wieder verbessern, nachdem bereits 1998 das Sterbeglöcklein für die meisten Stadtwerke läutete. Durch die neue NRW-Landesregierung könnten die Stadtwerke ebenfalls wieder Rückenwind erhalten, da diese die CDU/FDP-Politik "Privat vor Staat" zurückdrehen will und das Kommunalwirtschaftsrecht zugunsten der Stadtwerke neufassen möchte. Welche Vorteile der Verbraucher davon haben wird, dürfte wie immer ziemlich klar sein: wenig.
vgl. hz. a. WAZ vom 9.7.2010 und Revierkohle vom 8.08.2010
Nach über 40 Jahren AKW-Bewegung ist mittlerweile wohl auch jedem Hauptschüler klar, daß die Atomkraft ein unberechenbares Risiko darstellt. Das betrifft nicht nur die zahlreichen meldepflichtigen Störfälle und beinahe-Gau´s in den letzten Jahren sowie die ungeklärte Frage nach der sicheren Endlagerung von atomaren Brennelementen, sondern auch die Finanzierung der Endlagerung von Brennelementen sowie die Stilllegung von Atomkraftwerken, für die der Bund sinnigerweise zahlen darf, anstatt die Stromkonzerne. Für die Entsorgung der noch 15 Meiler und der radioaktiven Abfälle müssen in den nächsten 25 Jahren 5,4 Mrd. EUR aus Steuermitteln aufgebracht werden. Mit den für 2009 aufgewendeten 5,2 Mrd. EUR summieren sich die bisherigen Altlasten damit auf 10,6 Mrd. EUR. Die tatsächlichen Aufwendungen sind aber noch gar nicht kalkulierbar, da Niemand weiß, welche Kosten die Endlagerung noch verschlingen wird. Beispielhaft sei hier nur an das Drama in 2008/09 im Zusammenhang mit der Sanierung und laufenden Stilllegung der Schachtanlage Asse erinnert. ( siehe Revierkohle-Jahrbuch 2008 und 2009 )
Im Gegensatz zur Kohle kann man auf die Atomkraft in Deutschland bequem verzichten, da diese nur 22 % Anteil am Gesamtenergiemix hat und durch die Ausweitung regenerativer Energieträger in den nächsten Jahren ersetzt werden könnte. Kohle ist außerdem risikoarm, reichlich vorhanden und an der Stromerzeugung zu über 50 % beteiligt. Da die hiesigen Kraftwerksbetreiber lt. Energieeinspeisegesetz verpflichtet sind, hochsubventionierten Strom aus Windkraft-und Photovoltaik-Anlagen abnehmen zu müssen, finanziert die Kohle sozusagen den Ausbau regenerativer Energie-träger. Die Stilllegung von Kohlekraftwerken würde bedeuten, daß dann auch die Subventionierung von regenerativen Energieträgern nur noch sehr langsam vorankommen würde.
vgl. hz. a. WAZ vom 27.7.2010, Hamburger Abendblatt vom 27.7.2010 und Revierkohle vom 07.08.2010

Die neue NRW-Minderheitsregierung unter Hannelore Kraft als SPD-Minister-Präsidentin will gemeinsam mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die EU-Empfehlung vorgehen, den subventionierten Steinkohlenbergbau 2014 auslaufen zu lassen. Der von der EU-Kommission im Juli betriebene Vor-schlag gegen den Steinkohlenbergbau ist wieder aller Vernunft. Zumal der 1997 gefundene Kompromiss, den Steinkohlenbergbau in Deutschland erst 2018 auslaufen zu lassen, damit unterlaufen würde und zig tausende Bergleute auf der Strasse stünden. Abgesehen davon, ist durch das Steinkohlenfinanzierungsgesetz für 2012 zwingend vorgeschrieben, die Prüfung eines Sockelbergbaus nach 2018 von unabhängigen Sachverständigen vorzunehmen. Die Folgen für die Weiterentwicklung der Kohlekraftwerkstechnologie, der Verlust von Ing.-Wissen und technischem How Know sind kaum abzuschätzen. Das Risiko, zu 100 % von fossilen Energieträgern aus dem Ausland abhängig zu sein, ist in einer Wirtschaftskrise mit besonderen Gefahren verbunden. Das zeigt jedenfalls das Beispiel USA, wo es immer wieder zu Lastschwankungen und Stromausfällen wegen Lieferengpässen oder schlechter Kohlequalität kommt. In Deutschland wird Strom immerhin zu über 50 % aus fossilen Energieträgern erzeugt. Der Energieträger Steinkohle in der Form der Kokskohle ist auch für die Stahlerzeugung außerordentlich wichtig, weil es hier auf die Qualität ankommt. In Deutschland lagern immerhin noch Kohlenvorräte für über 300 Jahre. Es wäre doch absolut töricht, auf die Gewinnung ohne Not zu verzichten. Sobald nämlich alle Bergwerke stillgelegt sind, läuft Grubenwasser in die Grubenbaue und die Kohle ist damit für die Gewinnung nicht mehr zu gebrauchen. Ein stillgelegtes Bergwerk ist nur mit einem erheblichen materiellen und finanziellen Aufwand reaktivierbar. In einer Krise wäre also ein schnelles wieder anfahren unmöglich.
Auch der neue IGBCE-Vorsitzende, Michael Vassiliadis, forderte nach einem Gespräch mit Frau Kraft und Frau Merkel, daß die Bundesregierung die inakzeptablen Brüsseler Pläne zurückweist und diese sich an das Gesetz hält.
vgl. hz. a. WAZ vom 30.7.2010 und Revierkohle vom 7.08.2010

Wenn die neue Landesregierung in NRW nach langem Gezerre ihre Arbeit endlich aufnimmt, hat die SPD-Chefin und neue NRW-Min.-Präsidentin Hannelore Kraft ein enormes Arbeits-pensum in den nächsten 4 Jahren zu erledigen. Neben der Reduzierung der Arbeitslosigkeit steht ein umweltpolitisches Thema ganz oben auf der Agenda: die notwendige Erneuerung alter Kohlekraftwerke. Derer gibt es in NRW 31. Sie zu erneuern, gebietet die umweltpolitische Vernunft, da diese noch einen relativ hohen C02-Ausstoß haben. E.ON ging in 2009 deshalb mit gutem Beispiel voran und hat in Datteln mit dem Bau eines der umweltfreundlicheren Kraftwerke begonnen. Dummerweise hat der Konzern es dabei mit den Auflagen nicht so ganz genau genommen und lieferte dadurch den sog. Umweltaktivisten eine Steilvorlage. Diese reagierten prompt und sorgten dafür, daß der Neubau vorübergehend per Gerichtsbeschluss stillgelegt werden mußte. Zwischenzeitlich laufen zwar die Bauarbeiten weiter, aber dieser Rechtsstreit hätte vermieden werden können. Das letzte, was wir gebrauchen können, ist eine Klagewelle gegen Kohlekraftwerke, deren Umweltfreundlichkeit und Zukunftsfähigkeit von den sog. Umweltaktivisten bekanntermaßen in Frage gestellt wird. Deren zweifelshafte Polemik könnte zu leicht von den Medien als Auflagenbringer aufgegriffen und zur weiteren Verunsicherung der Bevölkerung missbraucht werden. Denn wir alle wissen, daß es mittlerweile in der erhitzten öffentlichen Diskussion nicht mehr um die Inhalte und die technischen Fakten geht. Unsere politischen Gegner wissen das zu schätzen. An den Fakten führt troztdem kein Weg vorbei. Energieexperten wissen, daß ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland ohne Kohlekraftwerke energie-wirtschaftlich betrachtet nicht überlebensfähig wäre. Und das gilt mindestens für die nächsten 50 Jahre noch. Auch wissen die Experten, daß der Ausbau regenerativer Energieträger ohne Absicherung der Stromversorgung in der Grund-und Mittellast und ohne finanzstarke Energieversorger, die den Ausbau mit finanzieren, nicht möglich wäre.
Ganz unehrlich wird die Diskussion dann, wenn die schnellstmögliche Abschaltung aller Kohlekraftwerke wie z.B. von den Grünen gefordert- in die öffentliche Diskussion gebracht wird. Da Politiker nicht blauäugig sind, sondern interessen-und machtorientiert handeln, werden die Folgen bewußt verharmlost. Hierzu gehört z.B. die Tatsache, daß dann tausende von Arbeitsplätzen und das techn. KnowHow (z.B. CCS) verloren gehen und das der fossile Energiebedarf dann eben zu 100 % Ausland kommen würde. Das das die Umwelt noch mehr belasten wird, scheint im politischen Kalkül zunächst nicht zu stören. Das aber ist unehrlich und verlogen. Wenn die Klimaschutzziele erreicht werden sollen und der Kohlendioxid-Ausstoß im Vergleich zu 1990 bis 2020 um 33 % sinken soll, dann gibt es keine Alternative zum Bau neuer und effizienterer Kohlekraftwerke.
Kommentar von Revierkohle vom 03.07.2010, vgl.hz.a. WAZ vom 28.5.2010

FDP will Regierungsvereinbarung brechen
Es ist nicht zu fassen: diese beiden rechts abgebildeten Brandstifter und Totengräber des deutschen Bergbaus, Solms und Pinkwart (FDP), wollen allen Ernstes ihre fragwürdigen Steuersenkungsspielchen auf dem Rücken der Bergleute und ihrer Familien austragen und diese damit in existentielle Nöte stürzen. Die FDP will sogar die gesetzliche Regelung, den Bergbau bis 2018 mit notwendigen Beihilfen zu versorgen, kippen und die staatlichen Zuschüsse bereits in 2012 einstellen.
Revierkohle appelliert daher an alle Mitglieder, Freunde und Mitarbeiter des Bergbaus sowie deren Familien: zeigt der FDP zur Landtagswahl in NRW am 09. Mai 2010 die rote Karte !
IGBCE und CDU erklärten gott sei dank postwendend, daß ein Ausstieg vor 2018 nicht in Frage kommen würde. Das Steinkohlefinanzierungsgesetz wird nicht gebrochen. IGBCE-Chef Michael Vassiliadis erklärte, daß es nicht angehen könne, daß die Bergleute die Klientelpolitik der FDP mit ihren Arbeitsplätzen bezahlen sollen. SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft (SPD) lehnte den Vorstoß der FDP ebenfalls ab. Der Vorschlag, so Kraft, stellt ein Vernichtungsprogramm für High-Tech-Arbeitsplätze in NRW dar. Dem haben wir nichts hinzuzufügen.
vgl. hz. a. WAZ vom 15.04.2010 und Revierkohle vom 28.04.2010

Der BGH hat die direkte Bindung des Gaspreises an den Ölpreis gekippt. Damit haben die Gasversorger nicht mehr die Möglichkeit, ihre Preiserhöhungen mit der Erhöhung des Ölpreises zu begründen. Die Verbraucher sollten deshalb aber nicht vorschnell frohlocken, weil die Preise deswegen keineswegs auf breiter Front sinken werden, weil es auf dem Gasmarkt kaum Wettbewerb gibt. Die Gasversorger werden ihre Preiserhöhungen dann eben etwas später als die Ölpreiserhöhungen geschickt verpackt verkaufen. Nur diejenige Kunden, die eine Preisveränderungsklausel in ihren Verträgen stehen haben, die sich ausdrücklich auf den Heizölpreis bezieht, können Preiserhöhungen gerichtlich anfechten. Dennoch ist der Versuch des BGH, auf dem Gasmarkt für mehr Wettbewerb zu sorgen, anzuerkennen.
vgl. hz. a. financial times vom 29.3.2010
Umweltminister Röttgen depütiert 
CDU-Umweltminister Norbert Röttgen hatte noch im Februar 2010 für einen Ausstieg aus der Atomkraftwerkswirtschaft geworben und erntete dafür auch von der Opposition Anerkennung. Aber auch dieser Ausstieg war schon ein erneuter Kniefall vor der Atomlobby, denn der von Röttgen geforderte Ausstieg sah eine Verlängerung von 8 Jahren vor, obwohl der Ausstieg eine Restlaufzeit für die gefährlichen AKW´s von maximal 32 Jahren für das letzte Atomkraftwerk beschlossene Sache ist. Das atomfreundliche Unionlager konnte nun einen Sabotageerfolg erzielen, indem die Regierung genötigt wurde, ein Szenario zu entwickeln, daß eine Laufzeitverlängerung von 28 Jahren vorsieht. Die Gesamtlaufzeit aller Meiler würde sich dadurch auf 60 Jahre erhöhen. Kein Teilnehmer der CDU-Wirtschaftspolitiker hat im Fraktionsvorstand Partei für Umweltminister Röttgen ergriffen, so Mittelstandspolitiker Michael Fuchs (CDU).
Für die Gegner einer Verlängerung der AKW´s dürfte klar sein, daß sie sich in Zukunft noch vehementer für einen Ausstieg aus der Atomkraft engagieren werden.
vgl.hz.a. focus-online vom 27.04.010 und Hamburger Abendblatt vom 27.03.010 sowie Revierkohle vom 29.03.010

Zuletzt war Kritik am Weltklimarat IPCC laut geworden, nachdem ein führender Forscher in seinem Forschungsbericht 2007 über die Gletscherschmelze im Himalaya falsche Angaben gemacht hatte. Diese sollten angeblich bis 2035 dahinschmelzen. Außderm wurde behauptet, daß die Niederlande mittlerweile 55 % unter dem Meeresspiegel liegen würden. Die Risiken des Klimawandels wurden falsch berechnet. Generalseketrär Ban Ki-Moon hat die Fehler eingeräumt und gelobte Besserung. Jetzt soll dem IPCC ein unabhängiges Gremium von Forschern genauer auf die Finger schauen. Der Generalsekretär legte aber Wert auf die Feststellung, daß die übrigen 3000 Seiten des Klimareports 2007 das Klimaszenario wahrheitsgemäß abgebildet hätten. Der Sprecher des zukünftigen Aufpassergremiums IAC mit Sitz in Amsterdam ist der Niederländer Robbert Dijkgraaf. Das Gremium hat seinen Sitz bei der königlichen Akademie für Kunst und Wissenschaft.
vgl. hz.a. Financial Times Deutschland vom 12.3.2010

Der schwedische Energieversorger Vattenfall hat der Bundes-regierung ein Schnippchen geschlagen. Vattenfall hat sein 9.600 km langes Stromnetz an den belgischen Netzbetreiber Elia und an einen australischen Fond für 810 Mio. EUR verkauft. Über die Stromtrassen werden in Ost-und Norddeutschland rd. 18 Mio. Menschen versorgt. Damit ist Vattenfall einer drohenden Enteignung durch die geplante unabhängige Netz AG des Bundes zuvorgekommen. Die Frage der Netze spielt eine wichtige Rolle im politischen Ringen um mehr Wettbewerb und niedrigere Preise auf den europäischen Energiemärkten. E.ON hatte mit der EU-Kommmission vereinbart, sein Netz ebenfalls abzugeben und sich von Kraftwerkskapazitäten zu trennen. Damit wurde ein langer schwelender Kartellstreit beendet. Mit dem jetzigen Vattenfall-Deal rückt das Ziel, die Stromnetze in eine unabhängige Netz AG zu überführen, in weite Ferne. Der Verkauf hat für die Beschäftigten von Vattenfall aber böse Folgen. Vattenfall will über 1.500 Stellen abbauen. 60 % des deutschen Hochspannungsnetzes befindet sich übrigens mittlerweile in ausländischem Besitz. Von einem Preisverfall wird daher auch in Zukunft nicht die Rede sein können. Die Verbraucher werden ebenfalls nicht entlastet.
vgl. hz.a. Financial Times Deutschland und Revierkohle vom 12.3.2010
Stadtwerke schmieden Anti-Atom-AllianzGegen die geplante Laufzeitverlängerung als auch gegen die Erforschung des Salzstockes Gorleben regt sich vehementer Protest. Nicht nur aus der traditionellen AKW-Bewegung heraus, sondern jetzt auch von Seiten zahlreicher Stadtwerke. 150 Stadtwerke drängen die Bundesregierung, die Laufzeitverlängerung zu stoppen, andernfalls wollen sie geplante Investitionen einfrieren. Die Drohung hat u. U. Gewicht, da die Stadtwerke derzeit rd. 10 % des Stroms in der BRD erzeugen. Der Gesetzgeber müsse, so die Stadwerke in einem Referendum, über strukturelle Markteingriffe nachdenken und die Kernkraftwerksbetreiber dazu verpflichten, alte Kohlekraftwerke in dem Umfang stillzulegen, wie alte AKW´s länger am Netz bleiben. Unterstützung erhalten die Stadtwerke vom Lobby-Verband VKU, in dem 800 Stadtwerke zusammengeschlossen sind. Revierkohle stellt in diesem Zusammenhang klar, daß es keinen Sinn macht, eine Stromerzeugungsart gegen die andere zugunsten eigener Interessen auszustechen. Die Kohle ist strahlungs- und in Zukunft durch CCS-Technologie auch C02-frei. Anders die Atomkraft: die umweltneutrale Entsorgung der Brennstäbe ist seit Jahrzehnten nicht gelöst und stellt für die Menschen eine echte Bedrohung dar. Stadtwerke leisten mit ihren dezentralen Gas-und Bio-Blockheizkraftwerken zwar einen umweltschonenden Beitrag im Rahmen der Klimaverbesserung und der Reduzierung von C02, haben aber nicht die Kapazitäten, den Versorgungsbedarf für die gesamte Bundesrepublik jederzeit sicherstellen zu können. Das können nun einmal nur große Kraftwerke. Und die werden auch in Zukunft auf Kohlebasis Strom produzieren.
vgl. hz. a. Der Spiegel vom 12.3.2010, Revierkohle vom 16.03.2010
Neue Lobby für den Industriestandort Deutschland gefordert
Komischerweise kommt die SPD immer dann auf gute Ideen, wenn sie gerade mal wieder in der Opposition ist. Wir hätten uns gewünscht, daß sie z.B. das Steinkohle-finanzierungsgesetz mit dem Ausstiegsbeschluss für 2018 verhindert hätte. Nun kommt ein neuer Vorstoß zugunsten für die Kohle von SPD-Chef Gabriel. Ein Schuft, wer dabei denkt, es handelt sich um Wahlkampfgetöse vor der bevorstehenden NRW-Landtagswahl. Gabriel hat in diesen Tagen davor gewarnt, Industrieanlagen generell als zu riskant wahrzunehmen und diese aus dem Bauch heraus pauschal abzulehnen. Eine solche angstgeschürte Info-Politik der Medien darf so nicht weitergehen. Das gilt auch für den Bau neuer Kraftwerke, so Gabriel. Der gesellschaftliche Megatrend, daß immer weniger Menschen mit Industrie zu tun haben wollen, sei eine eklatante Fehlentwicklung und könne so nicht weitergehen. Denn schließlich kann in Deutschland Niemand von Forschung und Dienstleistung allein leben. Das Geld, welches in der Industrie verdient wird, wäre es, daß allen die Möglichkeit für die Erschließung der Infrastruktur mit öffentlichen Diensten, Kultur, Schulen und Umweltinvestitionen ermöglichen würde. Um die gesellschaftliche Stimmung zu drehen, so Gabriel, brauche man einen Thinktank, eine Lobby für die Industriegesellschaft. Dazu gehört auch günstigerer Strom für die Industrie.
Revierkohle kann dazu nur sagen: Bravo, Herr Gabriel. Wir kämpfen schon seit über 20 Jahren für den Industriestandort Ruhrpott und bieten börsenorientierten Strom für Industriekunden über unsere Energiebörse an !
vgl. hz. a. WAZ vom 20.02.2010, Der Spiegel, Handelsblatt, Hamburger Abendblatt und Revierkohle vom 24.02.2010
Förderung wird ab 1. Juli um 16 % gekürztRevierkohle kämpft schon lange gegen eine unehrliche Diskussion an, die Subventionen für die Deutsche Steinkohle seien "ein Fass ohne Boden" und daher nutzlos, während die Subventionen für die Solar-und Windkraft-energie sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar wären. Das das eine Mär ist, haben wir schon immer gesagt. Aber lassen wir noch einmal zwei Zahlen sprechen: Die RAG erhielt in 2009 staatliche Beihilfen in Höhe von rd. 2,4 Mrd. EUR. Seit 1997 fallend. Mit diesem Geld wird übrigens u.a. sichergestellt, daß die Lagerstätten zu dem heimischen Energieträger Steinkohle offengehalt-en werden können und damit ein Stück Versorgungssicherheit für alle gewährleistet werden kann. Schließlich sind es unsere Steinkohle-und Braunkohlekraftwerke, die die jederzeitige Versorgungssicherheit garantieren. Das gilt für die Solar-und Windkraftanlagen keineswegs. Trotzdem war es diese Branche, die den Steuerzahler, also Sie und uns, millionenfach geradezu abzockte, denn die meisten Bürger und Bürgerinnen haben davon gar nichts, wenn sie nicht selbst eine Solaranlage oder eine Windkraftanlage nutzen und dadurch in den Genuss einer unverschämt hohen Energieeinspeisevergütung von bis zu 41 Ct. pro Kw/h kommen. Die Versorger sind nämlich per Gesetz verpflichtet, den überschüssigen Strom der regenerativen Energienutzern abzunehmen, ob sie ihn brauchen oder nicht. Das zwingt diese wiederum, die höheren Kosten auf alle Stromverbraucher durch Preiserhöhungen abzuwälzen. Die Betreiber wiederum können sich mit Hilfe des Gesetzgebers einen satten Teil ihrer Investitionen zurückerstatten lassen. Bis 2013 zahlt der Bund an die Solar-und Windkraftanlagenbauer rd. 77 Mrd. EUR an Subventionen. Ohne diese Subventionen würde die Branche kollabieren. Dagegen wirken die Subventionen für die Deutsche Steinkohle geradezu wie Taschengeld, obwohl hier viel mehr auf dem Spiel steht, als "nur" der Verlust von rd. 30.000 Arbeitsplätzen, falls es beim Ausstiegsbeschluss für 2018 bleiben sollte.
Nun hat Gottseidank auch die Bundesregierung diesen Irrsinn bemerkt und kürzt die Subventionen für die Solar-stromförderung ab 1. Juli 2010 um 16 %. Wir sind zwar der Ansicht, daß das viel zu wenig ist, aber immerhin besser als auf Kosten der Steuerzahler weiter so zu machen wie bisher. Bereits Anfang 2010 wurden die Subventionen um 9 % zurückgefahren. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sollen nach dem Willen der CDU keine neuen Solaranlagen installiert werden dürfen. Das wird aber nicht viel bringen, die Kostenlawine wird weiterhin steigen, so aktuelle Berechnungen des Rheinisch Westfälischen Wirtschaftsforschungsinstitutes (RWI) in Essen. Die Belastung für die Stromverbraucher bleibt auch in Zukunft immens, so Manuel Frondel vom RWI. Ursache dafür sei der gewaltige Zubau regenerativer Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistung von 3.000 Megawatt. Geplant waren durch die Bundesregierung für 2009 nur 1.300 Megawatt. Trotz dieses Zuwachses liegt der Anteil der Solarenergie gerade einmal bei schlappen 1 %. Die Hersteller planen sogar einen Ausbau auf 5.000 Megawatt. Das würde bedeuten, daß die Zusatzkosten für die Stromverbraucher weiter ansteigen würden. Revierkohle forder daher eine Deckelung des Zubaus und eine weitere Absenkung der Beihilfen. Das RWI möchte das auch und denkt an eine Kürzung auf 1.500 Megawatt pro Jahr. Das würde den Steuerzahler immerhin um 24 Mrd. EUR bis 2013 entlasten.
vgl. hz.a. WAZ vom 18.02.2010 und Revierkohle vom 24.2.2010
vgl. hz. a. Hamburger Abendblatt v. 23.02.2010
Unterirdischer Klimaretter Ketzin Das Geoforschungszentrum in Potsdam hatte Mitte Febr. 250 Fachleute nach Ketzin eingeladen, um über den Stand des Forschungsprojektes "C02-Sink" zu informieren. Die Fachleute waren sich einig, daß es in Zukunft darum gehen muß, die Verbrennung fossiler Energieträger klimaneutral zu verwirklichen. Die technische Möglichkeit hierzu heißt "Carbon-Capture and Storage" (CCS. Bitte lessen Sie hierzu auch unseren ausführlicheren Bericht in unserem neuen Jahrbuch "Revierkohle 2009", welches Sie unter der ISBN 978-3-00-030489-7 erhalten können)
Seit 2008 wird im brandenburgischen Ketzin in einer salzwasserführenden und porösen Sandsteinschicht in rd. 700 m Teufe das klima-schädliche C02 eingelagert. Bisher sind es 30.000 T. Bis zum Ende des Forschungsvorhabens in 2012 will man rd. 90.000 T Kohlenstoffdioxid in Ketzin eingebracht haben. Auf der Tagung wurde u.a. diskutiert, ob sich Geothermie, also die Nutzung von Erdwärme und die gleichzeitige Abscheidung von C02 im Wege stehen könnten, da dummerweise die gleichen Areale in Deutschland für die Nutzung bzw. Endlagerung in Frage kommen. Das ist zum einen das süddeutsche Molassebecken und zum anderen der Oberrheingraben. Die Fachleute verneinten, da C02 in rd. 700-900 m Teufe eingebracht wird, während die Tiefen-Geothermie die Erdwärme in 3000 bis 5000 m Tiefe nutzt. Für die Abscheidung von C02 will man ländliche Regionen mit stabilem und dichtem Deckgebirge wählen, während man die Tiefengeothermie hauptsächlich in Städten einsetzen will. Das C02-Gas darf auch nicht tiefer eingebracht werden, weil es sonst zu warm wird und sich nicht verdichtet. Es wäre aber auch möglich, so Ernst Huenges vom Geoforschungszentrum in Potsdam, im oberen Stockwerk C02 zu entsorgen und viel tiefer Erdwärme anzuzapfen, ohne das C02 austritt. Damit nicht wieder sog. Umweltschützer die segensreiche CCS- Technologie in der Öffentlichkeit als "gefährliches Endlager" - in Analogie zu den tatsächlich gefährlichen Atomendlagerstätten- verunglimpfen, wollen die Experten vor allem den Meeresboden nutzen. Hierzu sollen Pipelines das C02 in rd. 3000 m Tiefe hineinpumpen. Dort verdichtet es sich dann am Meeresboden und kann nicht mehr aufsteigen. Gute Erfahrungen hat man hier im sog. Sleipner-Ölfeld in der Nordsee gemacht. Dort werden seit 1996 jährlich rd. eine Million T C02 hineingepumpt. Die C02-Gaslache breitet sich seither unterirdisch aus und wandert mit einem Meter pro Tag seitwärts. Der Druck im Boden über den Injektionsstelle hat sich erhöht. Dadurch könnten auf längere Sicht haarfeine Risse im Erddeckel entstehen. Eine vollständige Abdichtung ist z.Zt. zu 100 Prozent nicht möglich. Aus diesem Grunde, so die Experten, muß man sich mit Leckagen und deren Beseitigung auseinander-setzen. Das gilt auch für die Geothermie. Am Geothermieprojekt in Basel gab es 2006 ein Erdbeben auf der Richterskala von 3,4. Ausgelöst durch eine Bohrung. Hunderte von Gebäuden wurden dabei beschädigt.
vgl.hz. a. GFZ Potsdam, Handelsblatt vom 19.02.2010 und Revierkohle-Jahrbuch 2009
Unglaublich, aber wahr ! E.ON und RWE planen den Bau neuer Atomkraftwerke
Soeben wurde die Öffentlichkeit mit dem Entsorgungsproblemfall ASSE II und den damit zusammenhängenden Mrd.EUR Kosten konfrontiert, die diese in den nächsten Jahren zahlen darf, da droht die nächste Unvernunft: die Energieoligopolisten RWE und E.ON planen trotz breiter Ablehnung in der Bevölkerung den Bau neuer Kernkraftwerke in England bis 2025. Das erste neue AKW soll als Gemeinschaftsprojekt bereits 2020 ans Netz gehen. Bis 2025 sollen mehrere Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 6.000 Megawatt in Betrieb gehen. Die Gesamtkosten beziffern die Konzerne auf rd. 16,7 Mrd. EUR. Revierkohle geht davon aus, daß die Herren des Vorstands die Kosten für die Dauerüberwachung, die Dauerproteste und die Dauerentsorgung dabei wahrscheinlich nicht mit berücksichtigt haben. War bisher ja auch nicht nötig, da die industriefreundliche Politik in den letzten Jahrzehnten schließlich immer dafür gesorgt hat, daß der Steuerzahler dafür aufkommt. Ob diese Selbstgefälligkeit und unheilige Allianz auch in den nächsten Jahren bei zunehmender Aufgeklärtheit der Bürgerinnen und Bürger aufrecht erhalten werden kann, bleibt fraglich. Revierkohle plädiert daher für einen sichereren Weg der Versorgung: Erneuerung und Ausbau klimafreundlicher Kohlekraftwerke mit Hilfe der CCS-Technologie, die die C02-freie Verfeuerung fossiler Energien zum Ziel hat sowie den Ausbau regenerativer Energieträger, damit die fossilen Energieträger noch möglichst lange erhalten bleiben. Denn wir wissen nicht, wann die nächste Krise vor der Tür steht!
vgl. hz. a. Spielge online, Hamburger Abendblatt und WAZ vom 06.02.2010
Bis 2012 wollen die EU-Mitgliedstaaten 7 Mrd. EUR in den Klimaschutz stecken. Das Geld soll insbesondere ärmeren Ländern zugute kommen. Deutschland beteiligt sich mit rd. 1 Mrd. EUR an diesem Paket. Das Geld soll u.a. für den Bau von Dämmen eingesetzt werden, um ärmere Länder vor Überschwemmungen zu schützen. Auf dem Kopenhagener Klimaschutzgipfel einigte man sich ferner darauf, die C02-Emmissionen bis 2020 um 30% zu reduzieren. Bedingung ist lt. Bundeskanzlerin Merkel, daß sich die USA zu größeren Klimaschutzzielen verpflichten. Die C02-Emmissionen sollen bis 2050 um 85 % zurückgehen. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, hängt einerseits davon ab, ob die CCS-Technologie, die eine C02-freie Kohleverfeuerung möglich macht, weltweit in ausreichendem Maße zur Verfügung steht und andererseits vom technologischen Fortschritt auf dem Gebiet der regenerativen Energieträger. Desweiteren müssen auch die wirtschaftlichen Interessen der Schwellenländer China und Indien mit berücksichtigt werden. Es wird also wie immer auf einen Kompromiss hinauslaufen.
vgl.hz.a. WAZ vom 11.12.09; Financial Times vom 11.12.09 und Revierkohle vom 13.12.09
Bundesumweltminister plädiert für den Bau neuer Kohlekraftwerke Um die Frage vorweg zu beantworten: leider nicht. Aber die Sachzwänge und die Meinung von Experten lassen den 44 jährigen Röttgen (CDU) offensichtlich sehr vernünftige Worte sagen. Im Deutschlandradio äußerte der Minister die für einen Grünen-Sympathisanten erstaunliche Meinung, daß wir trotz des Klimawandels neue Kohlekraftwerke bauen müssen. Sie seien notwendig, da die alten Anlagen zu viel C02-Emissionen imitierten. Neue Kohlekraftwerke würden nicht nur weniger C02 ausstoßen, sondern sie seien auch bezüglich des Kohleverbrauchs effizienter. Bravo, können wir da nur sagen. Diese Meinung "predigen" wir selbst ja schon seit 25 Jahren. Der Mann hat nicht mehr und nicht weniger erkannt, daß es mittelfristig ohne Kohle bei der Stromversorgung nicht geht. Weniger realistisch ist er dann wieder, wenn er glaubt, daß die Klimaerwärmung ausschließlich ein Problem des weltweit zugegebener Maßen hohen C02-Ausstoßes sei. Daher müßte die Produktion auf Null zurückgefahren werden, um die Klimaerwärmung noch auf 2 Grad begrenzen zu können. Gelingen soll dies durch die ausschließliche Nutzung regenerativer Energien. Und genau daran glauben wir nicht. In den letzten 500 Mio. Jahren hat sich das Klima auf der Erde immer wieder drastisch geändert. Ganze Völker und Tiere sind in der Folge ausgestorben, die sich nicht anpassen konnten. Die Industriealisierung und deren Einfluss auf das Klima findet erst seit rd. 250 Jahren statt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, zu der Frage, ob die Klimaerwärmung überwiegend durch den C02-Ausstoß zu erklären ist, sind durchaus abweichend, da die Faktoren, die das Klima beeinflussen, vielfältig sind. Sonneneruptionen sind z.B. ein Faktor, die das Klima nachhaltig beeinflussen. Dennoch ist es richtig, den C02-Ausstoß zu begrenzen, da unser fossiler Energieträger kostbar und begrenzt ist. Neue Kraftwerkstechnologien schonen die Ressourcen, weil sie für die Produktion pro Kw-Strom erheblich weniger Kohle benötigen. Und das bedeutet eben auch eine radikale Reduzierung des C02-Ausstoßes.
vgl.hz. Deutschlandradio vom 12.12.09 und Revierkohle vom 13.12.09
Bei Ökostrom zahlen die Energieversorger drauf - damit soll nun Schluß sein Was den Stromversorgern teuer zu stehen kommt, freut die Kunden. Insbesondere die Kunden, die Solar-, Wasser-und Windenergie nutzen und überschüssigen Strom an die Stromversorger abgeben. Gemäss Energieeinspeisegesetz müssen diese den Strom zu festen Preisen abnehmen. Da diese Strommengen witterungsbedingt stark schwanken, ist die Menge der erzeugten Energie bei kräftigem Wind besonders hoch, während die Bürgerinnen und Bürger nachts schlafen, die Abnahmemenge naturgemäß besonders niedrig. Das heißt im Klartext: das Angebot ist oft größer als die Nachfrage. Der Preis rutscht dann zeitweilig auf Null. Oder anders ausgedrückt: wer Strom abnimmt, bekommt noch Geld dazu. Diese Situation ist in 2009 18 mal eingetreten. Vattenfall mußte die Megawattstunde mit bis zu 1.500 EUR bezuschussen, während zu den üblichen Tageszeiten nur ein Erlös von rd. 50 EUR pro Megawattstunde zu erzielen sei. Die Leipziger Strombörse hat auf diese unglückliche Entwicklung bereits reagiert und erwägt die Limitierung von negativen Preisen. Die Stromversorg-er könnten nach Ansicht von Vattenfall das Problem durch den Einbau von Zählern pro Aggregat sowie durch die bewußte Speicherung von Strom lösen. Die Bundesnetzagentur hat der Limitierung der Einspeisevergütung bereits grünes Licht erteilt.
vgl. hz.a. Hamburger Abendblatt v. 09.12.09