Website URL: E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Bei Ökostrom zahlen die Energieversorger drauf - damit soll nun Schluß sein Was den Stromversorgern teuer zu stehen kommt, freut die Kunden. Insbesondere die Kunden, die Solar-, Wasser-und Windenergie nutzen und überschüssigen Strom an die Stromversorger abgeben. Gemäss Energieeinspeisegesetz müssen diese den Strom zu festen Preisen abnehmen. Da diese Strommengen witterungsbedingt stark schwanken, ist die Menge der erzeugten Energie bei kräftigem Wind besonders hoch, während die Bürgerinnen und Bürger nachts schlafen, die Abnahmemenge naturgemäß besonders niedrig. Das heißt im Klartext: das Angebot ist oft größer als die Nachfrage. Der Preis rutscht dann zeitweilig auf Null. Oder anders ausgedrückt: wer Strom abnimmt, bekommt noch Geld dazu. Diese Situation ist in 2009 18 mal eingetreten. Vattenfall mußte die Megawattstunde mit bis zu 1.500 EUR bezuschussen, während zu den üblichen Tageszeiten nur ein Erlös von rd. 50 EUR pro Megawattstunde zu erzielen sei. Die Leipziger Strombörse hat auf diese unglückliche Entwicklung bereits reagiert und erwägt die Limitierung von negativen Preisen. Die Stromversorg-er könnten nach Ansicht von Vattenfall das Problem durch den Einbau von Zählern pro Aggregat sowie durch die bewußte Speicherung von Strom lösen. Die Bundesnetzagentur hat der Limitierung der Einspeisevergütung bereits grünes Licht erteilt.
vgl. hz.a. Hamburger Abendblatt v. 09.12.09
Vorbescheid für die Erweiterung des Steag-Steinkohlekraftwerks in Herne konnte gesichert werden Das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) hat am 9.12.09 die Klagen des Umweltschutzvereins BUND und zweier weiterer Privatpersonen gegen die Erweiterung des Steag-Steinkohlekraftwerks in Herne abgewiesen. Eine Revision gegen das Urteil ist ebenfalls nicht möglich. Die Kläger hatten angeführt, daß durch den Bau eines weiteren Blocks eine erhebliche Zusatzbelastung durch Luftschadstoffe verursacht wird. Dieser Auffassung mochte das Gericht nicht folgen. Eine nennenswerte Zusatzbelastung vermochte es ebenfalls nicht zu erkennen. Außerdem hatten die Kläger ihre Einwende zu spät vorgetragen. Mit der Klage wollte der BUND und einige Anlieger die Aufhebung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg anstreben. Der geplante neue Kraftwerksblock 5 soll eine Leistung von weiteren 760 Megawatt erzeugen. Aus wirtschaftlichen Gründen wird der Bau seit 2008 hinausgeschoben. Die Baumöglichkeit ist durch das Urteil für die Zukunft sichergestellt.
vgl. hz. a. Evonik.de und WAZ v. 09.12.09
E.ON Steinkohle-Kraftwerk soll gerettet werdenDer NRW-Landesentwicklungsplan soll geändert werden, da er sich im Hinblick auf die Genehmigung von Industrieansiedlungen als zu restriktiv erwiesen hat. Eine Folge dieses Planes war, daß der Neubau des E.ON Steinkohlekraftwerkes in Datteln aufgrund bestimmter Umweltauflagen, die bei den Planungen nicht hinreichend beachtet wurden, vor dem Aus stand. Gerichte verfügten zunächst einen Baustopp, den die Landesregierung zwischenzeitlich aber wieder aufhob. (siehe) Nun sollen bestimmte Klimaschutzregelungen aus dem Gesetz gestrichen werden. Das würde den Neubau retten. Die Grünen kritisierten wie üblich dieses Vorhaben und unterstellten, die Landesregierung würde sich vor den Karren von E.ON einspannen lassen. Revierkohle befürchtet, daß derlei Polemik die Bevölkerung beeindrucken könnte. Es muß daher verhindert werden, daß sich ein Klima der Abwehr gegen jeden Kraftwerksneubau etabliert und damit den Industriestandort NRW gefährden könnte. Es kann nicht nur eine Förderung und Akzeptanz von regenerativen Energieträgern geben, sondern die Politik, die Medien und die Energieunternehmen müssen wieder stärker die Wichtigkeit des fossilen Energieträgers Steinkohle betonen.
Die meisten Experten sind sich darin einig, daß es mittelfristig ohne Kohle nicht geht. Das sollte in der veröffentlichten Meinung auch stärker zum Ausdruck komnmen. Neue Kraftwerke bedeuten im übrigen immer auch eine erhebliche Reduzierung des Co2-Ausstoßes, da durch den Technikfortschritt weniger Kohle verbraucht wird. Das Kohlekraftwerk der Zukunft wird zum Umweltschutz nicht mehr im Widerspruch stehen, da es klimafreundlich CO2-frei produzieren wird. Die Technologie hierzu steht bereits in den Startlöchern. Sie heißt CCS. ( Carbon, Capture and Storage) Geben wir ihr eine Chance.
vgl. hz.a. WAZ v. 03.12.09
Vattenfall will und E.ON hat bereits verkauftNachdem der Stromversorger E.ON sein 11.000 km langes Hochspannungsnetz für rd. 1,1 Mrd. EUR an den holländischen Betreiber TENNET verkauft hat, hat Konkurrent Vattenfall das Bieterverfahren erneut eröffnet, weil für den beabsichtigten Verkauf des 9.700 km langen Stromnetzes "nur" rd. 500 Mio. EUR geboten wurden. Für Vattenfall zu wenig. Die beiden Konzerne erzielen mit dem Betrieb und dem Unterhalt des Netzes keine großen Renditen und außerdem wollen sie einer möglichen Enteignung wegen der marktbeherrschenden Stellung durch die Bundesnetzagentur und den Forderungen der EU-Wettbewerbskommission zuvorkommen. Die Platzhirsche RWE und EnBW sehen das zur Zeit noch etwas anders und halten deshalb an der Einheit von Produktion, Vetrieb und Transport fest. Der radikale Gesinnungswandel bei E.ON und Vattenfall kommt allerdings nicht von ungefähr. Er hängt wie immer mit der Eigenkapitalrendite zusammen. Und die ist bei der Netzbewirtschaftung durch die Bundesnetzagentur auf 7,6 % für Altanlagen und bei Neuinvestitionen auf 9,0 % gedeckelt. Logisch, daß sich da der Verkauf eher rechnet. Zumal ganz andere Renditen bei der beabsichtigten Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke zu erzielen sind. Sollten diese rd. 10 Jahre länger am Netz bleiben , würde das den Stromkonzernen satte 85 Mrd. EUR Mehreinnahmen bescheren. Damit wären Eigenkapitalrenditen von rd. 20% erzielbar. Da wirkt die Kritik der Atomkraftgegner fast schon kleinlich,oder ?
vgl. hz.a. Wirtschaftswoche vom 24.11.09 und 11.11.09
Stromkonzerne drehen erneut an der Preisschraube
Globalisierung braucht Versorgungssicherheit Obwohl die Medien das Ende des traditionellen Steinkohlentages in Essen schon für 2008 vorausgesehen hatten, lebt diese altehrwürdige Veranstaltung munter weiter. Und so fand diese denn auch im Nov. 2009 wieder in der Essener Philharmonie mit rd. 900 geladenen Teilnehmern aus Bergbau, Wirtschaft und Politik statt. Zu den Gastrednern gehörte der Präsident des Gesamtverbandes Steinkohle und RAG-Chef Bernd Tönjes, die Wirtschaftsministerien von NRW, Christa Thoben, der neue IG BCE-Chef Michael Vassiliadis und der Volkswirt von BP, Dr. Christoph Rühl. Alle Redner betonten, daß in einer globalisierten Welt die Versorgungs-sicherheit ein besonders hohes Gut wäre, welches durch entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen geschützt werden müßte. Denn Energiesicherheit braucht Planungssicherheit. Wir brauchen daher einen neuen Energiekonsens, so der IG BCE-Chef Vassiliadis, der langfristig die Weichen für eine ausgewogene, sichere, preisgünstige und umwelt-freundliche Energieversorgung stellt. Vassiliadis lehnte den Auslaufbergbau, wie er duch das Steinkohle-finanzierungsgesetz für 2018 vorgesehen ist, entschieden ab. Das Ziel muß die Erhaltung eines Sockelbergbaus sein, weil nur so der Zugang zu den umfangreichen Lagerstätten aufrecht erhalten werden kann. Dr. Rühl ging in seinem Beitrag auf das Thema Energiesicherheit aus weltmarktpolitischer Sicht ein und präsentierte die internationale Entwicklung auf den Rohstoffmärkten.
vgl. hz. RAG vom 10.11.09 , Foto: RAG
"lieber günstiger einkaufen als teuer produzieren"Das scheint das neue RWE-Motto zu sein, um trotz Wirtschaftskrise und Nach-fragerückgangs gute Geschäfte zu machen. Der größte deutsche Stromkonzern hatte seine gesamte Elektrizitätsproduktion für das Jahr 2009 schon vor Beginn der Wirtschafts-krise zu einem späteren Lieferzeitpunkt verkauft. Da vor der Krise der Strompreis deutlich über den aktuellen Börsennotierungen lag, konnte der Konzern mit dem Verkauf einen großen Reibach machen. Finanzvorstand Rolf Pohlig jubelte, die Kunden ärgerten sich.
Das die Strompreise an der Börse weiter gesunken sind, nutzte RWE ebenfalls aus, in dem die Kraftwerke gedrosselt wurden, um Brennstoffkosten zu sparen. Der benötigte Strom wurde lieber billiger an der Börse dazugekauft. Das Kosteneinsparpotential summierte sich daduch auf 170 Mio. EUR, weil durch die Drosselung weniger C02-Zertifikate zum Betrieb der Kraftwerke gekauft werden mußten. Allerdings hat der Konzern die eingesparte Summe nicht an die Aktionäre verteilt, sondern rd. 5000 Arbeitsplätze gesichert. Es handelt sich um die Übernahmeplätze des holländischen Versorgers ESSENT, den RWE aufgekauft hat. Der Betriebsgewinn von RWE ging in 2009 um 4,4 % auf 5,5 Mrd. EUR zurück. Der Umsatz brach um 2 % auf 33,8 Mrd. EUR ein. Der Presse gegenüber versicherte RWE, daß man bis Ende des Jahres die Einbußen wieder aufgeholt haben wird.
vgl. hz.a. WAZ vom 14.11.09