Website URL: E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Preissteigerung innerhalb eines halben JahresDie Preisschübe am Stahlmarkt entwickeln sich zum Problem für die Autoindustrie. Innerhalb eines halben Jahres ist der Preis für eine Tonne Stahl um 20 % nach oben geschossen. Zwischenzeitlich lag der Preis bei 600 EUR je Tonne. Da Stahl auch in Zukunft der wichtigste Werkstoff zur Herstellung von Autos bleiben wird, müssen die Hersteller genau überlegen, welchen Materialeinsatz sie sich noch leisten können. Diese Überzeugung vertritt z.B. der Einkaufschef von Audi, Ulf Berkenhagen. Drei Minenkonzerne hatten im Frühjahr eine Preiserhöhung für den Grundstoff Eisenerz durchsetzen können. Mit fatalen Folgen für den Weltmarkt. Die Autobauer versuchen zwar, den Anteil an Stahl in den Autos zu reduzieren und kostengünstigere Materialien wie Aluminium und Kohlenstofffaser einzusetzen, dies gelingt aber noch nicht in der Massenfertigung, sondern nur bei Oberklassefahr-zeugen, da Carbon z.B. 15 mal so teuer ist wie Stahl. Ein Auto, welches vollständig aus Carbon hergestellt ist, kostet rd. 70.000 EUR. Stahlfreie Autos wird es also auch in Zukunft nicht so schnell geben. Das kommt natürlich auch der heimischen Kokskohlenproduktion zugute. Die Kokskohle ist ein wichtiger Bestandteil zur Erzeugung von Stahl.
vgl.hz.a. Financial Times Deutschland vom 3.9.2010 und Revierkohle vom 4.9.2010

Die Bundesregierung setzt bei ihrem Energiekonzept auf das C02-freie Kohlekraftwerk der Zukunft. Voraussetzung hierfür ist die erfolgreiche unterirdische Lagerung und Speicherung des bei der Vebrennung fossiler Rohstoffe anfallenden Kohlendioxids (C02), daß bekannterweise als Treibhauseffekt an der Klimaerwärmung angeblich maßgeblichen Einfluss hat. (zur Kritik vgl. hz. unser Jahrbuch 2008 und 2009)
Das Helmholtz-Institut erforscht seit Jahren im brandenburgischen Ketzin die Auswirkungen verpressten C02 auf die Umwelt. Der Energieversorger Vattenfall erprobt ebenfalls in einem Großversuch die unterirdische Verbringung und sichere Lagerung von C02. Die Bundesregierung will u.a. auf diesem Wege eine Reduzierung um 85 % bis 2050 erreichen. Experten rechnen damit, daß die "Capter, Carbon and Storage-Technologie" (CCS) ab 2025 für den Einsatz in Großkraftwerken marktreif sein wird. Allerdings werden die Risiken in der veröffentlichten Diskussion gerne auch ideologisch mißbraucht. Und so ist es nicht verwunderlich, daß diese mit den Risiken der Endlagerung von atomaren Brennelementen verglichen wird und daher gerade in Kreisen der Umweltaktivisten abgelehnt wird. Leider haben sich dieser Kritik auch einige Bundesländer angeschlossen, so daß die politische Akzeptanz zur Zeit unbefriedigend ist. RWE hat daher sein C02-Endlagerkonzept für den Bereich Köln auf Eis gelegt. Schade eigentlich, da diese Technologie weitaus sicherer zu sein scheint, als die Lagerung von atomaren Brennelementen. Hierzu zählt nach Angaben von Experten des Vereins Klimafreundliches Kohlekraftwerk e.V. die Verbringung des C02 in sog. saline Aquifere, d.h. der Verpressung des C02 in poröse und i.d.R. mehrere hundert Metern tiefe Gesteinsschichten. Hierbei soll ein Austritt des C02 an die Oberfläche und damit u.U. eine Belastung des Trinkwassers oder der Luft kaum möglich sein. Aber wie gesagt: die Forschungen laufen noch. Ein Haken hätte die Sache aber doch: die Leistungsfähigkeit der Kraftwerke würde aufgrund der aufwendigen Abscheidung um rd. 10-15 % sinken. Damit wäre ein herkömmliches Kraftwerk nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Die Bundesregierung setzt bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe in Zukunft auch stärker wieder auf die Steinkohle, da sie sich in den Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen effektiver einsetzen läßt als die Braunkohle.
Revierkohle vom 04.09.2010; vgl. hz. a. financial times deutschland vom 3.9.2010
Steinkohle-Importe von E.ON und RWE stehen in der öffentlichen KritikDie Menschenrechtsorganisationen FoodFirst, Köln und die dänische Organisation DanWatch erheben schwere Vorwürfe gegen die Energieversorgungsunternehmen E.ON und RWE. Sie sollen Steinkohle aus dem um-strittenen Bergwerk EL Cerrejon in Kolumbien für die Stromproduktion in deutschen Kraftwerken verwenden.
In der DanWatch-Studie 2010 " Der Fluch der Kohle" kritisiert die dänische Menschenrechtsorganisation die sozialen und ökologisch verherrenden Produktionsbedingungen in der kolumbianischen Mine El Cerrejon. Die hohe Konzentration von Kohlestaub in der Luft führt häufig zu Atemwegserkrankungen und Todesfällen. Menschen wären durch den Tagebau von ihren Dörfern vertrieben worden. Viele warten auf eine Entschädigung, die sie meistens nicht erhalten hätten. Auch 12.000 Kinder im Alter von 6-16 Jahren müssen in den vielen illegalen Gruben in den kolumbischen Provinzen Boyacas, Amaga und La Guajira täglich 4-10 Stunden hart arbeiten. Dafür erhalten sie rd. 4 EUR pro Woche Arbeitslohn. In Kolumbien leben über 6 Mio. Kinder in Armut. Da die Arbeitslosigkeit hoch ist, schicken viele Eltern ihre Kinder aus Verzweiflung in die Gruben. Gewerkschaften werden in den Bergwerken meistens nicht geduldet. Die Regierung ist korrupt. Kolumbien gehört mit 55 Mio t SKE-Jahresförderung zu den größten Kohleproduzenten. Davon werden in El Cerrejon jedes Jahr allein rd. 33 Mio t Kohle gefördert.
Und was sagen die deutschen Energieversorger dazu ? Wie üblich: nicht viel und alles halb so schlimm. Die Vorwürfe seien unbegründet. Im Gegenteil: E.ON erklärte, daß es in der Vergangenheit zwar problematische Bedingungen für Anwohner und Mitarbeiter der Mine gegeben hätte, aber nun würden die Menschenrechte beachtet, die Arbeitssicherheit sei o.k. und die Umweltschutz-Standards würden zum großen Teil eingehalten werden. RWE hält sich lieber ganz bedeckt, in dem darauf verwiesen wird, daß Lieferbeziehungen zu Kohlefirmen "vertraulich" seien. Nur einer schert aus dem Kartell des Verschweigens und des Leugnens aus: Thomas Schmidt. Seines Zeichens Sprecher des Großkraftwerks Mannheim, an dem übrigens auch RWE und die EnBW beteiligt ist. Er gibt zu, daß man Kohle aus El Cerrejon beziehen würde. Und die Fa. Trianel mit Sitz in Aachen, will für ihr neues Kraftwerk in Lünen ebenfalls den begehrten Brennstoff aus El Cerrejon beziehen. Kinderarbeit und miserable Arbeits-und Lebensbedingungen hin oder her. Schließlich entscheiden die Kosten, gell? Derweil die deutsche Kohle den Bach runtergeht...
Revierkohle will deshalb ein Zeichen in der Not setzen. Ab Sept. 2010 werden wir mit unserem neuen Messestand in mehreren Städten der Bundesrepublik und über mehrere Jahre auf die Situation der Kinderarbeit in Bergwerksminen in Kolumbien, Bolivien und im Niger aufmerksam machen. Ziel dieser Aktion soll die Gewinnung von Patenschaften sein. Wir wollen den Bergarbeiterkindern zusammen mit dem evangelischen Entwicklungsdienst eine regelmäßige Speise und einen regelmäßigen Schulbesuch ermöglichen, damit diese langfristig aus den Gruben herauskommen. Gleichzeitig wollen wir den Kraftwerksbetreibern die rote Karte zeigen und deutlich machen, daß es einen originären Zusammenhang zwischen schlechten Arbeitsbedingungen, Dumpinglöhnen, Kinderarbeit und Billigimportkohle gibt.
Gerne schicken wir Ihnen ausführlichere Informationen zu.
Revierkohle vom 01.09.2010; vgl. hz. a. WAZ vom 05.08.2010
EU-Kommissar Oettinger rückt von seinem Wahnsinns-Vorschlag abEU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) geriet nach seinem Wahnsinnsvorschlag, den deutschen Steinkohlebergbau schon 2014 auslaufen zu lassen, politisch massiv unter Druck. Jetzt hat der EU-Kommissar eingesehen, daß sein Vorschlag verherrende Konsequenzen nicht nur für die Reviere in den Kohleländern hätte und rückte von seiner Vorstellung ab. Bundesregierung und NRW-Landesregierung halten an dem 1997 beschlossenen Kohlekompromiss fest. Dieser besagt, daß der Steinkohlebergbau in Deutschland 2018 auslaufen soll. Allerdings wurde in § 1 des Steinkohlefinanzierungsgesetzes geregelt, daß 2012 eine ernsthafte Überprüfung dieses Ausstiegstermins erfolgen muß. Die sog. Revisionsklausel sieht auch die Möglichkeit der Erhaltung eines Sockelbergbaus vor, für den Revierkohle sich seit Jahren starkmacht. Es muß uns gelingen, den Zugang zu den Lagerstätten sowie die Aufrechterhaltung der Kohleproduktion in Referenzbergwerken auf Dauer zu stabilisieren. Das ist nicht nur eine Frage energiepolitischer Vernunft, sondern auch eine Frage der Sicherheit. Sollte der Bergbau tatsächlich schon 2014 auslaufen, würden 5.300 Bergleute betriebsbedingt gekündigt und 10.000 Jobs in der Zuliefererindustrie sofort wegfallen. Außerdem würde das bergmännische Know-How wegfallen und die Abhängigkeit vom Ausland auf 100 % steigen. Welche Auswirkungen das bei zunehmender Verknappung fossiler Rohstoffe auf dem Weltmarkt für den Stromverbraucher in Deutschland hätte, braucht man wohl nicht näher zu erläutern. Hinzu kommen die Ewigkeitskosten für die Endlagerung der Brennelemente der stillzulegenden Atommeiler sowie die unkalkulierbaren Risiken politischer Veränderungen in China, Indien und Russland, wo die meisten fossilen Energieträger für Deutschland herkommen sowie den Rückgang des Öls aus den OPEC-Staaten. Wer glaubt, dieses Risiko-Szenario ließe sich dadurch abwenden, daß man möglichst schnell auf regenerative Energierträger umstellt, der glaubt wahrscheinlich auch daran, daß er nach dem betreten einer Autogarage als Auto herauskommen könnte.
Revierkohle vom 01.09.2010 ; vgl. hz. a. WAZ vom 5.8.2010

Um die mögliche Abwicklung des Bergbaus und die dauer-hafte Sicherstellung der zentralen Wasserhaltungen auf ehem. Schachtanlagen finanzieren zu können, braucht die RAG-Mutter Evonik Mrd. EUR an Geld. Da der geplante Börsen-gang aufgrund der Wirtschaftskrise bisher nicht geklappt hat, plant Evonik nunmehr, sich von seinem Tafelsilber zu trennen. Zunächst in Form einer Beteiligung verschiedener Stadtwerke aus dem Revier an der steag-Tochter. Die steag wird auf einen Wert von rd. 4 Mrd. EUR geschätzt. Ende September 2010 wird Evonik über die Gebote der Stadtwerke entscheiden. Durch die Beteiligung an dem Kohleverstromer steag würde sich die Wettbewerbssituation der Stadtwerke wieder verbessern, nachdem bereits 1998 das Sterbeglöcklein für die meisten Stadtwerke läutete. Durch die neue NRW-Landesregierung könnten die Stadtwerke ebenfalls wieder Rückenwind erhalten, da diese die CDU/FDP-Politik "Privat vor Staat" zurückdrehen will und das Kommunalwirtschaftsrecht zugunsten der Stadtwerke neufassen möchte. Welche Vorteile der Verbraucher davon haben wird, dürfte wie immer ziemlich klar sein: wenig.
vgl. hz. a. WAZ vom 9.7.2010 und Revierkohle vom 8.08.2010
Nach über 40 Jahren AKW-Bewegung ist mittlerweile wohl auch jedem Hauptschüler klar, daß die Atomkraft ein unberechenbares Risiko darstellt. Das betrifft nicht nur die zahlreichen meldepflichtigen Störfälle und beinahe-Gau´s in den letzten Jahren sowie die ungeklärte Frage nach der sicheren Endlagerung von atomaren Brennelementen, sondern auch die Finanzierung der Endlagerung von Brennelementen sowie die Stilllegung von Atomkraftwerken, für die der Bund sinnigerweise zahlen darf, anstatt die Stromkonzerne. Für die Entsorgung der noch 15 Meiler und der radioaktiven Abfälle müssen in den nächsten 25 Jahren 5,4 Mrd. EUR aus Steuermitteln aufgebracht werden. Mit den für 2009 aufgewendeten 5,2 Mrd. EUR summieren sich die bisherigen Altlasten damit auf 10,6 Mrd. EUR. Die tatsächlichen Aufwendungen sind aber noch gar nicht kalkulierbar, da Niemand weiß, welche Kosten die Endlagerung noch verschlingen wird. Beispielhaft sei hier nur an das Drama in 2008/09 im Zusammenhang mit der Sanierung und laufenden Stilllegung der Schachtanlage Asse erinnert. ( siehe Revierkohle-Jahrbuch 2008 und 2009 )
Im Gegensatz zur Kohle kann man auf die Atomkraft in Deutschland bequem verzichten, da diese nur 22 % Anteil am Gesamtenergiemix hat und durch die Ausweitung regenerativer Energieträger in den nächsten Jahren ersetzt werden könnte. Kohle ist außerdem risikoarm, reichlich vorhanden und an der Stromerzeugung zu über 50 % beteiligt. Da die hiesigen Kraftwerksbetreiber lt. Energieeinspeisegesetz verpflichtet sind, hochsubventionierten Strom aus Windkraft-und Photovoltaik-Anlagen abnehmen zu müssen, finanziert die Kohle sozusagen den Ausbau regenerativer Energie-träger. Die Stilllegung von Kohlekraftwerken würde bedeuten, daß dann auch die Subventionierung von regenerativen Energieträgern nur noch sehr langsam vorankommen würde.
vgl. hz. a. WAZ vom 27.7.2010, Hamburger Abendblatt vom 27.7.2010 und Revierkohle vom 07.08.2010

Die neue NRW-Minderheitsregierung unter Hannelore Kraft als SPD-Minister-Präsidentin will gemeinsam mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die EU-Empfehlung vorgehen, den subventionierten Steinkohlenbergbau 2014 auslaufen zu lassen. Der von der EU-Kommission im Juli betriebene Vor-schlag gegen den Steinkohlenbergbau ist wieder aller Vernunft. Zumal der 1997 gefundene Kompromiss, den Steinkohlenbergbau in Deutschland erst 2018 auslaufen zu lassen, damit unterlaufen würde und zig tausende Bergleute auf der Strasse stünden. Abgesehen davon, ist durch das Steinkohlenfinanzierungsgesetz für 2012 zwingend vorgeschrieben, die Prüfung eines Sockelbergbaus nach 2018 von unabhängigen Sachverständigen vorzunehmen. Die Folgen für die Weiterentwicklung der Kohlekraftwerkstechnologie, der Verlust von Ing.-Wissen und technischem How Know sind kaum abzuschätzen. Das Risiko, zu 100 % von fossilen Energieträgern aus dem Ausland abhängig zu sein, ist in einer Wirtschaftskrise mit besonderen Gefahren verbunden. Das zeigt jedenfalls das Beispiel USA, wo es immer wieder zu Lastschwankungen und Stromausfällen wegen Lieferengpässen oder schlechter Kohlequalität kommt. In Deutschland wird Strom immerhin zu über 50 % aus fossilen Energieträgern erzeugt. Der Energieträger Steinkohle in der Form der Kokskohle ist auch für die Stahlerzeugung außerordentlich wichtig, weil es hier auf die Qualität ankommt. In Deutschland lagern immerhin noch Kohlenvorräte für über 300 Jahre. Es wäre doch absolut töricht, auf die Gewinnung ohne Not zu verzichten. Sobald nämlich alle Bergwerke stillgelegt sind, läuft Grubenwasser in die Grubenbaue und die Kohle ist damit für die Gewinnung nicht mehr zu gebrauchen. Ein stillgelegtes Bergwerk ist nur mit einem erheblichen materiellen und finanziellen Aufwand reaktivierbar. In einer Krise wäre also ein schnelles wieder anfahren unmöglich.
Auch der neue IGBCE-Vorsitzende, Michael Vassiliadis, forderte nach einem Gespräch mit Frau Kraft und Frau Merkel, daß die Bundesregierung die inakzeptablen Brüsseler Pläne zurückweist und diese sich an das Gesetz hält.
vgl. hz. a. WAZ vom 30.7.2010 und Revierkohle vom 7.08.2010

Wenn die neue Landesregierung in NRW nach langem Gezerre ihre Arbeit endlich aufnimmt, hat die SPD-Chefin und neue NRW-Min.-Präsidentin Hannelore Kraft ein enormes Arbeits-pensum in den nächsten 4 Jahren zu erledigen. Neben der Reduzierung der Arbeitslosigkeit steht ein umweltpolitisches Thema ganz oben auf der Agenda: die notwendige Erneuerung alter Kohlekraftwerke. Derer gibt es in NRW 31. Sie zu erneuern, gebietet die umweltpolitische Vernunft, da diese noch einen relativ hohen C02-Ausstoß haben. E.ON ging in 2009 deshalb mit gutem Beispiel voran und hat in Datteln mit dem Bau eines der umweltfreundlicheren Kraftwerke begonnen. Dummerweise hat der Konzern es dabei mit den Auflagen nicht so ganz genau genommen und lieferte dadurch den sog. Umweltaktivisten eine Steilvorlage. Diese reagierten prompt und sorgten dafür, daß der Neubau vorübergehend per Gerichtsbeschluss stillgelegt werden mußte. Zwischenzeitlich laufen zwar die Bauarbeiten weiter, aber dieser Rechtsstreit hätte vermieden werden können. Das letzte, was wir gebrauchen können, ist eine Klagewelle gegen Kohlekraftwerke, deren Umweltfreundlichkeit und Zukunftsfähigkeit von den sog. Umweltaktivisten bekanntermaßen in Frage gestellt wird. Deren zweifelshafte Polemik könnte zu leicht von den Medien als Auflagenbringer aufgegriffen und zur weiteren Verunsicherung der Bevölkerung missbraucht werden. Denn wir alle wissen, daß es mittlerweile in der erhitzten öffentlichen Diskussion nicht mehr um die Inhalte und die technischen Fakten geht. Unsere politischen Gegner wissen das zu schätzen. An den Fakten führt troztdem kein Weg vorbei. Energieexperten wissen, daß ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland ohne Kohlekraftwerke energie-wirtschaftlich betrachtet nicht überlebensfähig wäre. Und das gilt mindestens für die nächsten 50 Jahre noch. Auch wissen die Experten, daß der Ausbau regenerativer Energieträger ohne Absicherung der Stromversorgung in der Grund-und Mittellast und ohne finanzstarke Energieversorger, die den Ausbau mit finanzieren, nicht möglich wäre.
Ganz unehrlich wird die Diskussion dann, wenn die schnellstmögliche Abschaltung aller Kohlekraftwerke wie z.B. von den Grünen gefordert- in die öffentliche Diskussion gebracht wird. Da Politiker nicht blauäugig sind, sondern interessen-und machtorientiert handeln, werden die Folgen bewußt verharmlost. Hierzu gehört z.B. die Tatsache, daß dann tausende von Arbeitsplätzen und das techn. KnowHow (z.B. CCS) verloren gehen und das der fossile Energiebedarf dann eben zu 100 % Ausland kommen würde. Das das die Umwelt noch mehr belasten wird, scheint im politischen Kalkül zunächst nicht zu stören. Das aber ist unehrlich und verlogen. Wenn die Klimaschutzziele erreicht werden sollen und der Kohlendioxid-Ausstoß im Vergleich zu 1990 bis 2020 um 33 % sinken soll, dann gibt es keine Alternative zum Bau neuer und effizienterer Kohlekraftwerke.
Kommentar von Revierkohle vom 03.07.2010, vgl.hz.a. WAZ vom 28.5.2010

FDP will Regierungsvereinbarung brechen
Es ist nicht zu fassen: diese beiden rechts abgebildeten Brandstifter und Totengräber des deutschen Bergbaus, Solms und Pinkwart (FDP), wollen allen Ernstes ihre fragwürdigen Steuersenkungsspielchen auf dem Rücken der Bergleute und ihrer Familien austragen und diese damit in existentielle Nöte stürzen. Die FDP will sogar die gesetzliche Regelung, den Bergbau bis 2018 mit notwendigen Beihilfen zu versorgen, kippen und die staatlichen Zuschüsse bereits in 2012 einstellen.
Revierkohle appelliert daher an alle Mitglieder, Freunde und Mitarbeiter des Bergbaus sowie deren Familien: zeigt der FDP zur Landtagswahl in NRW am 09. Mai 2010 die rote Karte !
IGBCE und CDU erklärten gott sei dank postwendend, daß ein Ausstieg vor 2018 nicht in Frage kommen würde. Das Steinkohlefinanzierungsgesetz wird nicht gebrochen. IGBCE-Chef Michael Vassiliadis erklärte, daß es nicht angehen könne, daß die Bergleute die Klientelpolitik der FDP mit ihren Arbeitsplätzen bezahlen sollen. SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft (SPD) lehnte den Vorstoß der FDP ebenfalls ab. Der Vorschlag, so Kraft, stellt ein Vernichtungsprogramm für High-Tech-Arbeitsplätze in NRW dar. Dem haben wir nichts hinzuzufügen.
vgl. hz. a. WAZ vom 15.04.2010 und Revierkohle vom 28.04.2010

Der BGH hat die direkte Bindung des Gaspreises an den Ölpreis gekippt. Damit haben die Gasversorger nicht mehr die Möglichkeit, ihre Preiserhöhungen mit der Erhöhung des Ölpreises zu begründen. Die Verbraucher sollten deshalb aber nicht vorschnell frohlocken, weil die Preise deswegen keineswegs auf breiter Front sinken werden, weil es auf dem Gasmarkt kaum Wettbewerb gibt. Die Gasversorger werden ihre Preiserhöhungen dann eben etwas später als die Ölpreiserhöhungen geschickt verpackt verkaufen. Nur diejenige Kunden, die eine Preisveränderungsklausel in ihren Verträgen stehen haben, die sich ausdrücklich auf den Heizölpreis bezieht, können Preiserhöhungen gerichtlich anfechten. Dennoch ist der Versuch des BGH, auf dem Gasmarkt für mehr Wettbewerb zu sorgen, anzuerkennen.
vgl. hz. a. financial times vom 29.3.2010