Stromkonzerne drehen erneut an der Preisschraube
"lieber günstiger einkaufen als teuer produzieren"Das scheint das neue RWE-Motto zu sein, um trotz Wirtschaftskrise und Nach-fragerückgangs gute Geschäfte zu machen. Der größte deutsche Stromkonzern hatte seine gesamte Elektrizitätsproduktion für das Jahr 2009 schon vor Beginn der Wirtschafts-krise zu einem späteren Lieferzeitpunkt verkauft. Da vor der Krise der Strompreis deutlich über den aktuellen Börsennotierungen lag, konnte der Konzern mit dem Verkauf einen großen Reibach machen. Finanzvorstand Rolf Pohlig jubelte, die Kunden ärgerten sich.
Das die Strompreise an der Börse weiter gesunken sind, nutzte RWE ebenfalls aus, in dem die Kraftwerke gedrosselt wurden, um Brennstoffkosten zu sparen. Der benötigte Strom wurde lieber billiger an der Börse dazugekauft. Das Kosteneinsparpotential summierte sich daduch auf 170 Mio. EUR, weil durch die Drosselung weniger C02-Zertifikate zum Betrieb der Kraftwerke gekauft werden mußten. Allerdings hat der Konzern die eingesparte Summe nicht an die Aktionäre verteilt, sondern rd. 5000 Arbeitsplätze gesichert. Es handelt sich um die Übernahmeplätze des holländischen Versorgers ESSENT, den RWE aufgekauft hat. Der Betriebsgewinn von RWE ging in 2009 um 4,4 % auf 5,5 Mrd. EUR zurück. Der Umsatz brach um 2 % auf 33,8 Mrd. EUR ein. Der Presse gegenüber versicherte RWE, daß man bis Ende des Jahres die Einbußen wieder aufgeholt haben wird.
vgl. hz.a. WAZ vom 14.11.09